In der Mauer der Via Piella öffnet ein unscheinbares kleines Fenster den Blick auf den Canale delle Moline: bunte Hausfassaden, die direkt aus dem grünen Wasser zu wachsen scheinen – ein überraschendes Bild, das viele Besucher gar nicht in Bologna vermuten. Die „Finestrella" ist das meistfotografierte Detail der Stadt und ein Fenster im doppelten Sinn: in eine versteckte, fast vergessene Geschichte. Denn der sichtbare Kanal ist nur ein winziger Rest eines einst weitverzweigten Wasserwegnetzes. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit zogen sich Kanäle durch ganz Bologna; sie trieben die Mühlen der Stadt an und versorgten die blühende Seidenindustrie mit Wasserkraft. Bologna war ein Wasserzentrum, das es mit den bekannteren Lagunenstädten aufnehmen konnte. Im Zuge der Modernisierung wurden die meisten Kanäle im 20. Jahrhundert überbaut und verschwanden unter dem Straßenpflaster. Nur an wenigen Stellen schimmert das alte Bologna noch durch – und die Finestrella ist die berühmteste davon. Der Blick ist kostenlos und das Fenster immer geöffnet, weshalb sich tagsüber oft eine kleine Schlange bildet. Wer das Motiv ohne Wartende fotografieren möchte, kommt am frühen Morgen. Gleich um die Ecke, in der Via Oberdan, zeigen sich weitere offene Kanalabschnitte, die das verborgene Wassernetz noch greifbarer machen. Ein kurzer, lohnender Stopp, der Bologna von einer ganz unerwarteten Seite zeigt – und sich gut mit einem Spaziergang durch das nördliche Altstadtviertel verbinden lässt.
Du suchst ein kleines, leicht zu übersehendes Fenster in einer Hausmauer. Dahinter öffnet sich überraschend der Canale delle Moline mit bunten Fassaden direkt über dem Wasser. Der Blick dauert nur Minuten, ist aber eines der überraschendsten Bilder Bolognas – tagsüber meist mit einer kleinen Schlange davor.
Im mittelalterlichen Bologna trieb ein weitverzweigtes Kanalsystem die Mühlen und die Seidenindustrie an und machte die Stadt zu einem Wasserzentrum. Im 20. Jahrhundert wurden die meisten Kanäle im Zuge der Modernisierung überbaut. Die Finestrella am Canale delle Moline ist heute der berühmteste sichtbare Rest dieser verborgenen Wasserstadt.
