
◆ STADT · KANAREN
Teneriffa ist die größte und vielfältigste der Kanarischen Inseln – ein Kontinent im Kleinen. Im Zentrum thront der schneebedeckte Teide, mit 3.718 Metern Spaniens höchster Gipfel, umrahmt von einer Mondlandschaft aus erstarrter Lava. Der grüne, regenverwöhnte Norden mit dem nebligen Lorbeerwald des Anaga-Gebirges und der Kolonialstadt La Laguna kontrastiert mit dem sonnensicheren, palmengesäumten Süden rund um die Costa Adeje. Dazwischen liegen Bananenplantagen, schwarze Lavastrände, Weinberge auf Vulkanasche und Bergdörfer wie Masca, die in tiefen Schluchten kleben. Für deutsche Reisende ist die Insel seit Jahrzehnten ein Sehnsuchtsort – und doch beginnt das eigentliche Teneriffa erst dort, wo die Mietwagenstraße in die Berge abbiegt.

Wer im Süden landet, sieht zuerst Halbwüste: kakteenbestandene Hänge, gleißendes Licht, das blanke Vulkangestein. Eine knappe Autostunde später, hinter der Cumbre-Bergkette, regnet es im Anaga-Gebirge in einen Wald, der aus der Erdgeschichte gefallen scheint. Die Laurisilva, der immerfeuchte Lorbeerwald, ist ein Relikt aus dem Tertiär – moosbehangene Stämme, Nebelschwaden, Farne. Diese Gleichzeitigkeit von Wüste und Urwald, von Strand und Hochgebirge, macht Teneriffas Reiz aus: Man kann morgens an der Promenade frühstücken und nachmittags bei null Grad über erkalteten Lavafeldern stehen.
Der Teide diktiert alles. Der Passat staut sich an seinen Nordhängen, lädt seine Wolken über dem Grünen Norden ab und lässt den Süden im Regenschatten trocken. Genau deshalb wachsen in Puerto de la Cruz Bananen und in den Tälern von Tacoronte und La Orotava die Reben, aus denen die Insel ihre eigenwilligen, mineralischen Vulkanweine keltert. In den Guachinches – schlichten, oft nur saisonal geöffneten Familienlokalen im Norden – schenkt man den Wein direkt vom Erzeuger aus, dazu Papas arrugadas, jene salzkrustigen Runzelkartoffeln, mit grünem und rotem Mojo.
Und dann ist da die Kultur, die viele zwischen Pool und Wasserpark übersehen. San Cristóbal de La Laguna, einst Inselhauptstadt, ist UNESCO-Welterbe: ein Schachbrett aus Kopfsteingassen, Holzbalkonen und Patios, das als Blaupause für unzählige Kolonialstädte Lateinamerikas diente. In Santa Cruz tobt im Februar der Karneval, nach Rio der zweitgrößte der Welt. Garachico, der einst wichtigste Hafen, wurde 1706 von einem Lavastrom begraben – heute badet man in den Naturpools, die das erstarrte Gestein im Meer hinterließ.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel








· Sehenswürdigkeiten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Vulkan & Höhe
Durch die Caldera de las Cañadas mit ihren bizarren Lavaformationen hinauf zur Seilbahn-Bergstation auf 3.555 Metern. Wer auf den eigentlichen Krater will, braucht die kostenlose Genehmigung für den Telesforo-Bravo-Pfad. Abends gehört der Park den Sternen: Die Höhe, die trockene Luft und die Dunkelheit machen ihn zu einem der besten Beobachtungsorte Europas.
Grüner Norden
Im Anaga-Gebirge, einem UNESCO-Biosphärenreservat, führen Pfade durch den nebligen Lorbeerwald zu versteckten Buchten. In La Laguna spaziert man durch das koloniale Welterbe-Zentrum, in Puerto de la Cruz badet man im Lago Martiánez, der Meerwasser-Anlage von César Manrique, zwischen Bananenhainen und Altstadtbalkonen.
Schluchten & Dörfer
Der wilde Westen: Das Bergdorf Masca klebt spektakulär in einer Schlucht, der Abstieg durch den Barranco zur Küste ist heute reservierungs- und gebührenpflichtig. In Garachico, das 1706 unter Lava versank, badet man in vulkanischen Naturpools – Inselruhe, wie sie der Süden nicht mehr kennt.
Genuss & Kultur
In den Tälern von Tacoronte und La Orotava reifen Vulkanweine; in den Guachinches schenkt der Winzer sie selbst aus, dazu Mojo, Gofio und Kaninchen im Salmorejo. Im Februar verwandelt der Karneval von Santa Cruz – nach Rio der zweitgrößte der Welt – die Hauptstadt in ein Meer aus Federn, Trommeln und Glitzer.
03 · Wann
Teneriffa ist ein Ganzjahresziel – „Insel des ewigen Frühlings“ ist mehr als Werbung. Doch das Erlebnis verschiebt sich mit den Jahreszeiten, und vor allem trennt der Teide das Wetter scharf zwischen sonnensicherem Süden und grünem, wechselhafterem Norden.
04 · Häufige Fragen
Das hängt vom Reisetyp ab. Der Süden (Costa Adeje, Los Cristianos) bietet goldene Sandstrände, verlässlichen Sonnenschein, große Hotels und ist familienfreundlich – ideal für Strand- und Badeurlaub. Der Norden (Puerto de la Cruz, La Laguna) ist grüner, kühler, kulturell reicher und authentischer, mit gewachsenen Städten und Nähe zu Anaga und den Weintälern. Viele kombinieren beides per Mietwagen.
Für den Süden nicht zwingend – in Costa Adeje und Los Cristianos kommt man zu Fuß und mit dem öffentlichen Bus (guagua) gut zurecht, und Puerto de la Cruz ist kompakt zu Fuß erkundbar. Für den Teide-Nationalpark, das Anaga- und Teno-Gebirge, Bergdörfer wie Masca und die Guachinches im Norden ist ein Mietwagen aber klar die beste Wahl, um flexibel zu sein.
Teneriffa ist ganzjährig bereisbar. Für die Kombination aus angenehmem Klima und weniger Andrang sind April bis Juni sowie September bis November ideal. Strandurlauber finden von Mai bis Oktober die wärmsten Temperaturen; Wanderer schätzen das klare Frühjahr und den Herbst. Im Winter ist die Küste mild, während am Teide Frost herrschen kann.
Die Seilbahn (Teleférico) bringt Besucher von 2.356 m bis zur Bergstation La Rambleta auf 3.555 m. Für die letzten Meter zum eigentlichen Gipfelkrater über den Telesforo-Bravo-Pfad ist eine kostenlose Genehmigung der Nationalparkverwaltung nötig, die online im Voraus gebucht werden muss – täglich gibt es nur eine begrenzte Zahl von Plätzen. Frühzeitig reservieren lohnt sich.
Klassiker sind Papas arrugadas – salzkrustige Runzelkartoffeln – mit Mojo verde (grün, kräuterbetont) und Mojo rojo (rot, pikant). Dazu gehören Gofio, geröstetes Getreidemehl als uraltes Grundnahrungsmittel der Ureinwohner, frischer Fisch, Kaninchen und die kanarischen Vulkanweine. Am authentischsten genießt man das in einem Guachinche im grünen Norden, direkt beim Winzer.
Sehr gut. Der Süden bietet ruhige, teils bewachte Sandstrände, viele Hotels mit Kinderclubs sowie Themen- und Wasserparks. Der Loro Parque in Puerto de la Cruz mit seinen Tieren und Shows ist eine der bekanntesten Familienattraktionen der Insel. Dank kurzer Wege und ganzjährig mildem Klima ist Teneriffa ein verlässliches Ziel mit Kindern.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Teneriffa.
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