
◆ STADT · KANAREN
La Palma ist die grüne, steile, eigenwillige Schwester im kanarischen Archipel — eine Insel, die sich der Pauschalformel verweigert. Statt Bettenburgen und Sandstränden in Postkartenweiß empfängt sie Reisende mit einem 2.426 Meter hohen Vulkangrat, einem der größten Erosionskrater der Erde, Lorbeerwäldern, in denen der Nebel tropft, und einem Nachthimmel, der zum weltweit ersten Sternenlicht-Reservat erklärt wurde. Wer hierherkommt, kommt zum Wandern, zum Staunen, zum Atmen — und entdeckt eine Insel, die noch immer mehr Bananenplantage und Weingut als Touristenmaschine ist.

Auf rund 708 Quadratkilometern stapelt La Palma mehr Landschaft, als manche Festlandregion auf dem Zehnfachen unterbringt. Vom schwarzen Lavastrand bei Tazacorte klettert die Insel in wenigen Kilometern bis auf den Roque de los Muchachos, mit 2.426 Metern der höchste Punkt — und das macht sie zu einer der steilsten Inseln der Welt. Im Herzen klafft die Caldera de Taburiente, ein gewaltiger Erosionskessel von rund neun Kilometern Durchmesser, seit 1954 Nationalpark. Wer auf einem ihrer Aussichtspunkte steht und in die Tiefe blickt, versteht schnell, warum die Palmeros ihre Heimat schlicht 'La Isla Bonita' nennen.
Die Insel lebt von Kontrasten. Der feuchte Nordosten birgt mit dem Lorbeerwald Los Tilos ein Stück Tertiär-Urwald, UNESCO-Biosphärenreservat, in dem Quellen rauschen und Farne mannshoch wachsen. Der trockene Süden gehört dem jüngsten Vulkanismus: 2021 brach in der Cumbre Vieja der heute Tajogaite genannte Vulkan aus, schüttete fast drei Monate lang Lava und begrub Dörfer wie Todoque unter sich. Diese frische, noch dampfende Geschichte hat die Westküste neu geformt — und ist heute, von sicheren Aussichtspunkten aus, ein eindrückliches Lehrstück über die Kräfte, die diese Insel überhaupt erst geschaffen haben.
Kulturell teilt sich La Palma zwischen zwei Polen: dem kolonialzeitlich verspielten Hafenstädtchen Santa Cruz de La Palma im Osten, der offiziellen Hauptstadt mit ihren bemalten Holzbalkonen, und Los Llanos de Aridane im fruchtbaren Aridane-Tal, der heimlichen, weil bevölkerungsreicheren Wirtschaftshauptstadt. Dazwischen liegen Weindörfer, Bananenfincas und eine Esskultur, die ohne roten und grünen Mojo, runzelige Salzkartoffeln und den kräftigen Ziegenkäse-Aufstrich Almogrote nicht denkbar ist. La Palma ist keine Insel zum Abhaken — sie ist eine zum Wiederkommen.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel






· Sehenswürdigkeiten
· Aktivitäten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Hoch hinaus
Der Klassiker führt durch den Nationalpark Caldera de Taburiente — vom Mirador de la Cumbrecita hinab in den Krater, vorbei am bunten Wasserfall Cascada de los Colores. Wer Kondition hat, läuft auf dem GR 131 die legendäre Ruta de los Volcanes über den Südgrat, mit Blick auf Krater und Atlantik zugleich.
Grün & feucht
Der Nordosten ist La Palmas tropische Seite: Im Biosphärenreservat Los Tilos wandert man durch dampfenden Lorbeerwald, der Pfad durch die Schlucht Cubo de la Galga führt unter mannshohen Farnen entlang. Entlang der alten Königswege (Caminos Reales) verbindet der GR 130 die abgelegenen Bergdörfer des Nordens.
Feuer & Salz
Im Süden trifft junger Vulkanismus auf das Meer: Der Tajogaite-Aussichtspunkt zeigt die Lavafelder von 2021, am Cap Fuencaliente schimmern die Salinas-Salzgärten neben dem Leuchtturm. Dazwischen liegen schwarze Lavastrände wie Puerto Naos, Tazacorte und Charco Verde — und die Weindörfer mit ihrem Malvasía.
Nach Sonnenuntergang
La Palma ist eines der besten Astrotourismus-Ziele der Welt. Über dem Roque de los Muchachos thront eines der größten Teleskop-Arrays der Erde samt dem Gran Telescopio Canarias. Bei geführten Touren beobachtet man den Himmel über dem Wolkenmeer — kaum Lichtverschmutzung, gestochen scharfe Milchstraße.
03 · Wann
La Palma profitiert vom milden kanarischen Klima — am Küstensaum liegen die Temperaturen ganzjährig zwischen rund 18 °C im Winter und 24 °C im Spätsommer. Entscheidender als der Monat ist die Höhe: Während unten die Sonne scheint, kann auf 2.000 Metern Schnee liegen. Regen fällt vor allem zwischen November und Februar, der Sommer ist fast niederschlagsfrei.
04 · Häufige Fragen
La Palma trägt den Beinamen 'La Isla Bonita' und gilt als grünste und steilste der Kanarischen Inseln. Berühmt ist sie als Wander- und Naturparadies mit der Caldera de Taburiente, als Vulkaninsel (zuletzt der Tajogaite-Ausbruch 2021) und vor allem für ihren Sternenhimmel: 2012 wurde sie zum weltweit ersten Starlight-Reservat erklärt.
Direkt über den Flughafen Santa Cruz de La Palma (SPC). Aus Deutschland fliegt vor allem Condor saisonal direkt, unter anderem ab Frankfurt, Düsseldorf, München, Hamburg und Stuttgart; die Flugzeit beträgt etwa 4,5 Stunden. Alternativ erreicht man die Insel per Fähre von Teneriffa oder La Gomera.
La Palma ist keine klassische Badeinsel — ihre Strände bestehen aus schwarzem Vulkansand. Schön und gut ausgestattet sind Puerto Naos (Blaue Flagge), die Playa de Tazacorte und Charco Verde. Eine Besonderheit sind die natürlichen Meerwasser-Pools wie Charco Azul im Nordosten, in denen man auch bei Brandung sicher schwimmen kann.
Ja. Der Tajogaite-Ausbruch in der Cumbre Vieja dauerte vom 19. September bis 13. Dezember 2021 und wurde am 25. Dezember offiziell für beendet erklärt. Der Großteil der Insel blieb unberührt. Die neuen Lavafelder lassen sich heute von sicheren, offiziellen Aussichtspunkten aus betrachten.
Zum Wandern eignen sich am besten Frühling (März bis Juni) und Frühherbst (September/Oktober) mit mildem Klima und klarer Sicht. Zum Baden ist der Spätsommer am wärmsten. Für Sternenbeobachtung sind die trockenen Sommermonate ideal — der Himmel ist dann am klarsten.
Probieren sollte man die runzeligen Salzkartoffeln (papas arrugadas) mit rotem und grünem Mojo, den kräftigen Ziegenkäse-Aufstrich Almogrote sowie die süßen Malvasía-Weine. Auch frische Bananen, Inselkaffee und kanarischer Ziegenkäse gehören zum kulinarischen Repertoire der Insel.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in La Palma.
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