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◆ BERGORT · VENETIEN

Cortina d'Ampezzo.
wo sich die Dolomiten zu einem Amphitheater aus bleichem Fels öffnen und der Corso Italia zur Bühne wird

Cortina d'Ampezzo trägt ihren Beinamen ohne Ironie: Die Königin der Dolomiten liegt in einem weiten Talkessel auf 1.224 Metern, umstellt von Tofane, Cristallo, Sorapis und Faloria – bleichen Wänden, die sich am Abend rosa färben. Unten flaniert der Ort über den Corso Italia, vorbei an Boutiquen, Galerien und Cafés; oben beginnen Klettersteige, Skipisten und die Stille des Naturparks der Ampezzaner Dolomiten. 1956 richtete Cortina die ersten Olympischen Winterspiele Italiens aus, 2026 kehrten die Spiele zurück – dazwischen liegen Jahrzehnte, in denen sich Dolce Vita und Alpinismus hier nie im Weg standen.

Cortina d'Ampezzo.

Vom Ampezzaner Bauerntal zur Königin der Dolomiten ladinische Wurzeln, habsburgisches Erbe und der Glanz von 1956

Das Tal von Ampezzo war nie ein gewöhnliches Bergdorf. Seine ladinischen Wurzeln reichen Jahrhunderte zurück, und bis heute verwalten die Regole d'Ampezzo – genossenschaftliche Familienverbände mit uralten Statuten – die Wälder und Weiden des Talkessels gemeinsam. Bis 1918 gehörte Ampezzo zur Habsburgermonarchie und war Teil Tirols; erst nach dem Ersten Weltkrieg kam das Tal zu Italien. Diese Schichtung spürt man bis heute: in den ladinischen Flurnamen, in den dunklen Holzhäusern der Weiler und in einer Küche, die Knödel und Casunziei selbstverständlich neben Risotto stellt.

Weltberühmt wurde Cortina 1956, als hier die ersten Olympischen Winterspiele Italiens stattfanden – das Eisstadion, die Sprungschanze von Zuel und die Pisten an den Tofane erzählen noch davon. In den Jahrzehnten danach wurde der Ort zur Wintersommerfrische des italienischen Bürgertums: Auf dem Corso Italia flanierte man im Pelz, in den Bars wurde die Dolce Vita verlängert, und Hollywood drehte hier – vom rosaroten Panther bis zu James Bond, der 1981 in „In tödlicher Mission“ über Cortinas Schanze und Pisten jagte. Seit 2009 zählen die umliegenden Dolomiten zum UNESCO-Welterbe.

Das heutige Cortina lebt von diesem Doppelcharakter. Unten der mondäne Ort mit Galerien, Juwelieren und Sternerestaurants wie Tivoli und SanBrite; oben eine der großartigsten Berglandschaften Europas, in der die Regole einen strengen Naturpark pflegen und Klettersteige den Spuren der Dolomitenfront folgen. Mit den Winterspielen von Milano Cortina 2026 hat der Ort ein zweites olympisches Kapitel aufgeschlagen. travelperfect empfiehlt, beides zu verbinden: morgens auf den Berg, abends zur Passeggiata – und die stillen Zwischensaisons im Mai und November bewusst zu meiden oder bewusst zu suchen.

Cortina d'Ampezzo

01 · Auf einen Blick

Gut zu wissen.

Lage
Provinz Belluno, Venetien – Talkessel der Ampezzaner Dolomiten auf 1.224 m
Anreise
Flughafen Venedig (VCE) ca. 2 Std.; Direktbusse (u. a. Cortina Express) ab Venedig & Mestre
Mit der Bahn
Nächster Bahnhof Calalzo di Cadore (ca. 35 km), weiter per Linienbus; alternativ über Toblach in Südtirol
Beste Reisezeit
Dezember–März (Ski) und Mitte Juni–September (Wandern); Mai & November Zwischensaison
Vor Ort
Zentrum fußläufig; Orts- und Skibusse zu den Talstationen von Tofana, Faloria & Cinque Torri
Sprache & Zahlung
Italienisch, dazu Ampezzaner Ladinisch; Euro, Kartenzahlung fast überall
Highlights vorbuchen
Sternerestaurants (Tivoli, SanBrite) und Hochsaison-Hotels früh reservieren

· Entdecken & Buchen

Was es zu buchen gibt.

7
Sehenswürdigkeiten
Wahrzeichen, Seilbahnen & Museen →
🛏
7
Hotels
Vom Grandhotel bis zum Berggasthof →
🍽
6
Restaurants
Trattoria bis Sterneküche →
3
Aktivitäten
Touren & Bergerlebnisse →

02 · Was tun

Cortina nach Themen entdecken vier Wege durch Talkessel, Geschichte und Höhenluft

Olympia-Erbe

Von 1956 zu Milano Cortina 2026

Cortina ist zweifache Olympiastadt: 1956 fanden hier die ersten Winterspiele Italiens statt, 2026 kehrten die Spiele gemeinsam mit Mailand zurück. Die Spuren liegen dicht beieinander – das Eisstadion von 1956 nahe dem Zentrum, die markante Sprungschanze von Zuel am südlichen Talrand und die Abfahrtspisten der Olympia delle Tofane, auf denen bis heute der Ski-Weltcup der Frauen gastiert.

Trampolino di ZuelStadio Olimpico del GhiaccioOlympia delle Tofane

Panoramen & Seilbahnen

Auf die Tofana und den Faloria

Die Freccia nel Cielo – der „Pfeil in den Himmel“ – schwebt vom Ortsrand in mehreren Sektionen bis zur Tofana di Mezzo auf 3.244 Meter, einen der höchsten Gipfel der Dolomiten. Auf der Gegenseite trägt die Faloria-Seilbahn direkt aus dem Zentrum hinauf zum Balkon über dem Talkessel. Und an den Cinque Torri liegt das vielleicht fotogenste Felslabyrinth der Region samt Hüttenklassikern.

Tofana di Mezzo 3.244 mFaloria-Seilbahn ab ZentrumCinque Torri

Genuss auf Ampezzaner Art

Casunziei, Baite & Sterneküche

Die Ampezzaner Küche ist alpin mit italienischem Schliff: Casunziei – rote-Bete-Teigtaschen mit Mohn –, Wild, Käse von den Almen. Man isst sie in Baite wie der Baita Fraina mit ihrem berühmten Weinkeller, in Familieninstitutionen wie El Camineto am Fuß der Tofane oder auf Sterneniveau: Das Tivoli oberhalb des Ortes und das SanBrite in Alverà zählen zu den besten Adressen der Dolomiten.

Casunziei all'ampezzanaBaita-KulturTivoli & SanBrite

Dolomitenfront

Geschichte am Fels

Im Ersten Weltkrieg verlief die Front mitten durch diese Berge. An den Cinque Torri rekonstruiert ein Freilichtmuseum die italienischen Stellungen, am Lagazuoi führen Stollen durch den Fels, und über Pocol erinnert das Sacrario Militare mit seinem Turm aus Dolomitstein an die Gefallenen der Dolomitenfront. Eine Tour, die Landschaft und Geschichte so eindrücklich verbindet wie kaum eine andere.

Freilichtmuseum Cinque TorriLagazuoi-StollenSacrario di Pocol

03 · Wann

Wann nach Cortina reisen zwischen Skizirkus, Lärchengold und stiller Zwischensaison

Auf 1.224 Metern hat Cortina echtes Alpenklima: schneereiche, oft strahlend sonnige Winter und milde Sommer mit kühlen Nächten. Der Ort lebt in zwei Saisons – Winter und Hochsommer –, dazwischen fahren viele Bahnen nicht und etliche Häuser schließen. Wer Lifte und Hütten offen erleben will, plant um die Saisonzeiten herum; wer Stille sucht, findet sie im Mai und November.

WinterDezember – MärzHochsaison: Skigebiete an Tofana, Faloria und Cinque Torri, dazu Winterwandern und das mondäne Saisonleben auf dem Corso. Um Weihnachten, Silvester und im Februar ist der Ort voll – früh buchen.Skifahren, Winterwandern, Saisonleben auf dem Corso
FrühlingApril – MaiSchmelze und Betriebsruhe: Nach Ostern schließen die meisten Bahnen, viele Hotels und Restaurants machen Pause. Ruhigste Zeit im Tal – schön für stille Spaziergänge, aber mit eingeschränktem Angebot.Stille & niedrigere Preise – Angebot eingeschränkt
SommerJuni – SeptemberAb Mitte Juni laufen die Seilbahnen: Wandern, Klettersteige, Radtouren auf der alten Bahntrasse. Tagsüber angenehm warm, nachts frisch; am Nachmittag sind Gewitter einzuplanen. Der August ist Hochsaison.Wandern, Klettersteige, Radtouren – ideal Juni & September
HerbstOktober – NovemberIm Oktober färben sich die Lärchen golden und die Wege leeren sich – große Zeit für Fotografen. Ab November ruht der Ort weitgehend, bis Anfang Dezember die Wintersaison beginnt.Lärchengold & leere Wege im Oktober

04 · Häufige Fragen

Was Reisende am häufigsten fragen.

Wann ist die beste Reisezeit für Cortina d'Ampezzo?

Cortina hat zwei Saisons: Dezember bis März für Ski und Winterglanz, Mitte Juni bis September für Wandern, Klettersteige und Radtouren. Juni und September sind die entspanntesten Bergmonate, der August ist italienische Hochsaison. Im Mai und November ruht der Ort weitgehend – viele Bahnen, Hütten und Hotels sind dann geschlossen.

Wie komme ich ohne Auto nach Cortina?

Am einfachsten per Direktbus: Linien wie der Cortina Express verbinden den Flughafen Venedig und Mestre in rund zwei Stunden mit Cortina. Der nächste Bahnhof ist Calalzo di Cadore (ca. 35 km), von dort fahren Linienbusse ins Tal; alternativ reist man über Toblach in Südtirol an. Vor Ort erschließen Orts- und Skibusse die Talstationen.

Wie viele Tage sollte man für Cortina einplanen?

Für die Klassiker – Corso Italia, eine Seilbahnfahrt auf Tofana oder Faloria und die Cinque Torri – reichen drei bis vier Tage. Wer Klettersteige gehen, die Wanderung zum Lago di Sorapis machen oder im Winter mehrere Skigebiete fahren will, bleibt eine Woche und nutzt Cortina als Basis für die ganzen Ampezzaner Dolomiten.

Lohnt sich Cortina auch im Sommer?

Unbedingt – viele halten den Sommer für die schönste Zeit. Ab Mitte Juni laufen die Seilbahnen, der Naturpark der Ampezzaner Dolomiten steht offen, und Touren wie der Lago di Sorapis oder die Cinque Torri sind im Sommerlicht am eindrucksvollsten. Dazu ist der Ort lebendig, ohne die Dichte der Skiwochen zu erreichen.

Ist Cortina d'Ampezzo teuer?

Cortina ist einer der gehobensten Bergorte Italiens, entsprechend liegen Hotel- und Restaurantpreise über dem Landesschnitt – besonders um Weihnachten und im Februar. Es geht aber auch bodenständig: Familiengasthöfe, Pizzerien wie das 5 Torri und die Nebensaisons im Juni, September und Oktober machen den Ort deutlich erschwinglicher.

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    travelperfect · Aktualisiert 13. Juni 2026