Die Piazza dei Cavalieri ist der zweite große Platz Pisas und das eigentliche historische Machtzentrum der Stadt – ein Ort, an dem sich Pisas Geschichte dichter verdichtet als irgendwo sonst. Hier lag im Mittelalter das politische Zentrum der Seerepublik. Ab 1562 gestaltete Giorgio Vasari den Platz im Auftrag der Medici zum Repräsentationsplatz des neu gegründeten Ritterordens Santo Stefano um und gab ihm sein heutiges, von Renaissance-Architektur geprägtes Gesicht. Dominiert wird der Platz vom Palazzo della Carovana mit seiner reich verzierten Sgraffito-Fassade, deren feine, in den Putz geritzte Ornamente und Figuren zu den Glanzstücken der Pisaner Architektur zählen. Heute beherbergt der Palazzo die 1810 gegründete Scuola Normale Superiore, eine der renommiertesten Hochschulen Europas, an der Generationen herausragender Wissenschaftler studierten. Der Platz ist damit kein bloßes Museumsstück, sondern lebendiges Universitätsgelände. Gleich nebenan steht der Palazzo dell'Orologio, der an eine der dunkelsten Episoden der Stadtgeschichte erinnert. In dem in ihn integrierten Turm wurde 1289 Graf Ugolino della Gherardesca mit Söhnen und Enkeln eingesperrt und dem Hungertod überlassen. Dante setzte dieser grausamen Geschichte im „Inferno“ seiner Göttlichen Komödie ein literarisches Denkmal, das die Erinnerung bis heute wachhält. Die Piazza dei Cavalieri ist frei zugänglich und liegt nur wenige Minuten von der Piazza dei Miracoli entfernt. Sie eignet sich ideal, um dem Trubel rund um den Schiefen Turm zu entkommen und ein anderes, intellektuelles und historisch vielschichtiges Pisa kennenzulernen.
Einen weiten, von Renaissance-Architektur geprägten Platz mit dem Palazzo della Carovana und seiner reich verzierten Sgraffito-Fassade im Mittelpunkt. Der Palazzo beherbergt heute die Scuola Normale Superiore, sodass der Platz lebendiges Universitätsgelände ist. Nebenan steht der Palazzo dell'Orologio mit dem Ugolino-Turm. Der Platz ist frei zugänglich und vermittelt ein anderes, intellektuell und historisch vielschichtiges Pisa abseits des Schiefen Turms.
Im Mittelalter lag hier das politische Zentrum der Seerepublik Pisa. Nach dem Ende der Pisaner Eigenständigkeit gestaltete Giorgio Vasari den Platz ab 1562 im Auftrag der Medici zum Repräsentationssitz des Ritterordens Santo Stefano um. 1810 zog die Scuola Normale Superiore in den Palazzo della Carovana ein. Der Palazzo dell'Orologio birgt den Turm, in dem 1289 Graf Ugolino mit seinen Nachkommen verhungerte – eine Episode, die Dante im „Inferno“ verewigte.
