Die Chiesa di San Martino steht in einem der authentischsten Viertel Pisas, abseits der Besucherströme rund um den Schiefen Turm. Die dem heiligen Martin von Tours geweihte Kirche gibt dem südöstlichen Altstadtquartier am Arno seinen Namen. Ihr heutiger Bau geht im Kern auf das 13. Jahrhundert zurück, wurde im Lauf der Jahrhunderte aber mehrfach verändert. Das Erkennungszeichen der Fassade ist das Relief mit dem mantelteilenden heiligen Martin, der einem Bettler die Hälfte seines Umhangs überlässt – die zentrale Legende des Heiligen. An der Marmorfassade ist heute eine Kopie angebracht, während das mittelalterliche Original im Inneren verwahrt wird. Wer eintritt, findet einen ruhigen Sakralraum, der weit weniger besucht ist als die großen Bauten der Piazza dei Miracoli und gerade dadurch einen unmittelbareren Eindruck vom kirchlichen Pisa vermittelt. Mindestens ebenso reizvoll wie die Kirche selbst ist ihr Umfeld. Die Via San Martino, die dem Viertel ihren Stempel aufdrückt, ist gesäumt von Antiquariaten, Handwerksläden und Bars, in denen das Quartier weitgehend unter sich bleibt. Hier spürt man ein Pisa, das nicht für Besucher inszeniert ist, sondern seinen Alltag lebt – ein guter Kontrast zum Trubel am Domplatz. Der Eintritt in die Kirche ist frei. Ein Besuch lässt sich gut mit einem Spaziergang durch das San-Martino-Viertel und entlang der nahen Lungarni verbinden, was den Aufenthalt zu einer ruhigen, lokal geprägten Alternative zum klassischen Sightseeing-Programm macht.
Das Fassadenrelief mit dem mantelteilenden Martin frontal aufnehmen.





























