Santa Maria della Spina ist eines der schönsten und zugleich kleinsten Bauwerke Pisas – ein gotisches Juwel direkt am südlichen Arno-Ufer. Die Kirche am Lungarno Gambacorti wirkt von außen wie ein aus Marmor gearbeiteter Reliquienschrein: Auf wenigen Metern drängen sich Fialen, Wimperge, Spitzgiebel und Statuennischen, die zu großen Teilen aus der Werkstatt der Pisano stammen. Diese Dichte an gotischem Zierwerk ist im Stadtbild Italiens außergewöhnlich und macht den Bau zu einem Höhepunkt der pisanischen Gotik. Ihren ungewöhnlichen Namen verdankt die Kirche einer Reliquie: Hier wurde einst ein Dorn (italienisch spina) verwahrt, der als Teil der Dornenkrone Christi galt. Diese Reliquie verlieh der zunächst schlichteren Uferkapelle ihre Bedeutung und führte zum Ausbau zu dem reich geschmückten Bauwerk, das man heute sieht. Die Lage unmittelbar am Fluss wurde der Kirche im Lauf der Jahrhunderte zum Verhängnis: Der Arno nagte bei Hochwasser immer wieder an ihrem Fundament. 1871 entschloss man sich zu einer radikalen Rettung – die Kirche wurde Stein für Stein abgetragen und auf einem erhöhten Niveau wieder aufgebaut, sicher vor dem Wasser. Dass das fein gegliederte Bauwerk diesen Eingriff überstand, grenzt an ein Wunder der Restaurierungskunst. Das Innere ist nur unregelmäßig zugänglich und vergleichsweise schlicht; die eigentliche Attraktion ist ohnehin das Äußere. Am schönsten zeigt sich die Kirche im warmen Abendlicht, betrachtet vom nördlichen Arno-Ufer aus, wenn die Sonne das weiße Marmorzierwerk zum Leuchten bringt. Ein Besuch lässt sich gut mit einem Spaziergang über die Lungarni und dem nahen Palazzo Blu verbinden.
Ein kleines, außergewöhnlich dicht geschmücktes gotisches Bauwerk direkt am Arno, das von außen wie ein Reliquienschrein aus Marmor wirkt. Fialen, Wimperge und Statuennischen der Pisano-Werkstatt drängen sich auf wenigen Metern. Das Innere ist nur unregelmäßig zugänglich und schlicht; die Hauptattraktion ist das Äußere, am schönsten im Abendlicht vom nördlichen Arno-Ufer aus betrachtet.
Die Kirche entstand am südlichen Arno-Ufer und wurde im 14. Jahrhundert zu einem reich geschmückten gotischen Bau erweitert, nachdem hier ein Dorn der Dornenkrone Christi als Reliquie verwahrt wurde. Großen Anteil am Zierwerk hatte die Werkstatt der Pisano. Weil der Fluss das Fundament bedrohte, wurde die Kirche 1871 vollständig abgetragen und auf erhöhtem Niveau wieder aufgebaut – ein bemerkenswerter Akt der Bauwerksrettung.
