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Das Ristorante Galileo steht für ein Pisa, das ohne Inszenierung auskommt. Unter Gewölbedecken in der Via San Martino, im stilleren Altstadtviertel südlich des Arno, kocht die Familie Poggioni seit den 1980er-Jahren das, was in Pisas Küche wirklich Bestand hat. Hier geht es nicht um Effekte, sondern um die Verlässlichkeit guter, ehrlicher Gerichte – und um die zweite Portion.
Die Karte ist tief in der toskanischen Tradition verwurzelt. Täglich frisch gemachte Pasta bildet das Rückgrat, dazu kommen Klassiker wie Trippa alla pisana, die nach Pisaer Art zubereiteten Kutteln, und Baccalà mit Kichererbsen, ein deftiges Gericht aus Stockfisch und Hülsenfrüchten. Den Auftakt machen oft toskanische Crostini mit Leberpaste. Es ist eine Küche, die Generationen von Familien überliefert haben und die hier konsequent gepflegt wird, statt modischen Trends zu folgen.
Der Raum mit seinen Gewölben gibt dem Lokal eine warme, beständige Atmosphäre. Man sitzt zusammen, isst in Ruhe und merkt, dass hier Stammgäste und Reisende gleichermaßen willkommen sind. Das Galileo ist kein Ort, an dem man schnell durchgeschleust wird, sondern einer, an dem man sich Zeit lässt.
Für Besucher ist das Lokal einer der besten Gründe, den Arno auf die stillere Südseite zu überqueren. Während sich der Trubel rund um den Schiefen Turm konzentriert, findet man hier, im Viertel San Martino, ein authentisches, lokal verankertes Pisa abseits der großen Wege – und eine Küche, die diesen Umweg lohnt.