Volterra gehört zu den ältesten Städten der Toskana: Schon die Etrusker gründeten hier auf einem hohen Tuffsteinhügel ihre Siedlung Velathri. Davon zeugt noch die Porta all'Arco, ein etruskisches Stadttor, dessen verwitterte Steinköpfe seit über zwei Jahrtausenden über den Eingang wachen. Wer durch die engen Gassen ins Zentrum geht, durchquert Schichten der Geschichte – etruskisch, römisch, mittelalterlich – auf engstem Raum.
Herz der Stadt ist die Piazza dei Priori mit dem Palazzo dei Priori, dem ältesten kommunalen Rathaus der Toskana, älter noch als der Palazzo Vecchio in Florenz. Der Turm überragt die Piazza, an deren Rändern Cafés und Handwerksläden liegen. Wenige Schritte entfernt steht die Cattedrale di Santa Maria Assunta mit ihrem schlichten romanischen Äußeren und reich geschmücktem Inneren.
Volterra ist vor allem die Stadt des Alabasters. Seit der Etruskerzeit wird der durchscheinende Stein hier verarbeitet, und noch heute drehen Kunsthandwerker in kleinen Werkstätten (botteghe) Schalen, Lampen und Figuren aus dem milchig schimmernden Material. In vielen Läden kann man den Handwerkern bei der Arbeit zusehen – ein lebendiges Erbe, das die Stadt von anderen toskanischen Hügelstädten abhebt.
Am Rand der Altstadt liegt das römische Theater aus dem 1. Jahrhundert v. Chr., dessen Ränge und Bühnenfundamente noch gut erkennbar sind. Wer mehr über die etruskische Vergangenheit erfahren will, besucht das Museo Etrusco Guarnacci mit seiner berühmten Sammlung von Aschenurnen und der schlanken Bronzefigur „Ombra della Sera“.
Von den Stadtmauern und vor allem von der windigen Hochebene der Balze – einer eindrucksvollen Erosionslandschaft am Stadtrand – reicht der Blick weit über die toskanischen Hügel. Volterra liegt abseits der großen Touristenströme und bewahrt dadurch eine eigene, fast karge Würde. In jüngerer Zeit machten die „Twilight“-Romane den Namen über die Region hinaus bekannt, doch der eigentliche Reiz der Stadt liegt in ihrer ungebrochenen Verbindung von Stein, Handwerk und Geschichte.
Davide Papalini (CC BY-SA 3.0) · WikimediaMuseo Etrusco Guarnacci
Eines der ältesten öffentlichen Museen Europas mit über 600 etruskischen Aschenurnen und der weltberühmten Bronzefigur Ombra della Sera.
Eines der ältesten öffentlichen Museen Europas, gegründet 1761









