Wer Como zum ersten Mal betritt, tut das am besten früh morgens, wenn der Nebel noch über dem Comer See liegt und die Fischer ihre Boote am Lungolago ausrichten. Die Piazza Cavour öffnet sich dann direkt zum Wasser, flankiert von Cafés, deren Espressoduft sich mit der feuchten Seeluft mischt. In diesen stillen Stunden wird deutlich, was Como von anderen oberitalienischen Städten unterscheidet: Es ist kein Museum und keine Kulisse, sondern eine lebendige Stadt, die zufällig an einem der schönsten Seen Europas liegt.
Das historische Zentrum ist dicht gewoben. Die Kathedrale Santa Maria Assunta – besser bekannt als Duomo di Como – dominiert die Altstadt mit ihrer Renaissancefassade und dem barocken Kuppelbau, der im 18. Jahrhundert vollendet wurde. Nur wenige Schritte entfernt steht das Broletto, das mittelalterliche Rathaus aus dem 13. Jahrhundert, dessen gestreifter Marmor in Schwarz, Weiß und Grau auch heute noch Passanten zum Innehalten bringt. Wer weitergeht, stößt auf die Porta Torre, einen mächtigen Stadtturm aus dem Jahr 1192, der die einstige Stadtmauer markiert.
Die Seeuferpromenade, der Lungolago, verbindet den historischen Kern mit dem Villengebiet im Westen. Hier flanieren Einheimische und Besucher gleichermaßen, während Fähren und Tragflächenboote – die sogenannten Aliscafi – lautlos über das Wasser gleiten. Am anderen Ende der Promenade liegt der Tempio Voltiano, ein neoklassizistisches Museum, das dem Physiker Alessandro Volta gewidmet ist, der in Como geboren wurde und dem die Welt die Voltaische Säule verdankt.
Die Standseilbahn Funicolare Como-Brunate, die seit 1894 in Betrieb ist, führt in wenigen Minuten hinauf nach Brunate, einem kleinen Bergdorf auf 715 Metern Höhe. Von dort oben erschließt sich das eigentliche Panorama: der See in seiner Y-Form, die Alpen im Norden, die lombardische Ebene im Süden. Wer früh genug oben ist, erlebt einen Sonnenaufgang, der keine weiteren Worte braucht.
Como ist auch eine Einkaufsstadt mit Tradition. Die Seidenweberei hat hier seit dem 15. Jahrhundert Wurzeln, und noch heute produzieren Häuser wie Setificio Piazza Seta Stoffe für internationale Modehäuser. Im Stadtviertel rund um die Via Vittorio Emanuele II finden sich kleine Boutiquen neben historischen Palazzi – eine Mischung, die eher nach Entdeckung als nach Shoppingtour klingt.

Basilica di Sant'Abbondio
Eines der bedeutendsten romanischen Bauwerke der Lombardei: eine fünfschiffige Basilika von 1095 mit zwei schlanken Glockentürmen und Freskenzyklus.
Bedeutendes romanisches Bauwerk der Lombardei






