Unter den Wirtschaftsgebäuden eines alten Landguts am Fluss Tellaro kamen die Reste einer spätrömischen Villa aus dem 4. Jahrhundert zum Vorschein. Was zunächst wie ein gewöhnlicher landwirtschaftlicher Bau wirkte, entpuppte sich als bedeutende archäologische Stätte: Erhalten sind vor allem die Bodenmosaiken, die zu den schönsten Beispielen römischer Mosaikkunst auf Sizilien zählen. Die Motive sind außergewöhnlich detailreich. Eine vielfigurige Jagdszene zeigt Reiter, Jäger und wilde Tiere in lebendiger Bewegung, während ein weiteres Mosaik die Auslösung von Hektors Leichnam darstellt – eine Episode aus Homers Ilias, in der der trojanische Held nach seinem Tod im Zweikampf von seinem Vater Priamos zurückgekauft wird. Die mythologischen und jagdlichen Szenen geben einen Einblick in die Bildwelt und den Wohlstand der römischen Oberschicht im spätantiken Sizilien. Fachlich stehen die Mosaiken der Villa del Tellaro den weltberühmten Böden der Villa Romana del Casale bei Piazza Armerina kaum nach. Während jene jedoch zu den meistbesuchten Stätten Siziliens gehört, wird der Tellaro nur von einem Bruchteil der Besucher gesehen. Genau das macht den Reiz aus: Wer hierherkommt, erlebt die Mosaiken in Ruhe und ohne den Andrang der großen Touristenziele. Die Villa lässt sich gut als Abstecher in eine Tour durch den Südosten Siziliens einbauen, etwa auf dem Weg zwischen der Barockstadt Noto, den Stränden am Lido und dem Naturreservat Vendicari. Der Besuch ist eintrittspflichtig; aktuelle Öffnungszeiten sollten vorab geprüft werden, da kleinere Stätten in Sizilien zeitweise eingeschränkte Zeiten haben können.
Zu sehen sind die erhaltenen Bodenmosaiken einer spätrömischen Villa aus dem 4. Jahrhundert, die unter einem alten Landgut zum Vorschein kamen. Im Mittelpunkt stehen eine vielfigurige Jagdszene und ein Mosaik mit der Auslösung von Hektors Leichnam aus der Ilias. Die Stätte ist überschaubar und lässt sich in Ruhe besichtigen, da sie deutlich weniger Besucher anzieht als die großen Mosaikziele Siziliens.
Die Villa entstand im 4. Jahrhundert und gehörte zum Typ der spätrömischen Landvillen, die im Sizilien dieser Zeit den Wohlstand der Oberschicht widerspiegelten. Ihre Reste kamen unter den Wirtschaftsgebäuden eines alten Landguts am Fluss Tellaro zum Vorschein. Die erhaltenen Mosaiken zählen zu den bedeutendsten Zeugnissen römischer Mosaikkunst auf der Insel.
