Wer Villasimius nur von seinen Stränden kennt, hat das Beste noch vor sich. Das Centro di Villasimius ist der Ort, an dem die Insel atmet: Hier kaufen Einheimische morgens ihr Brot, sitzen Rentner auf Bänken vor der Kirche und öffnen Trattorie ihre Türen, lange bevor die ersten Strandgäste zurückkehren. Die Hauptstraße, der Viale Umberto I, bildet die Wirbelsäule des Viertels – flankiert von kleinen Boutiquen, Eisdielen und Bars, in denen der Espresso noch für einen fairen Preis ausgeschenkt wird.
Das Ortszentrum liegt nur wenige Gehminuten von den bekanntesten Stränden der Halbinsel entfernt, etwa vom Spiaggia del Riso oder dem Campulongu-Strand, und doch fühlt es sich wie eine andere Welt an. Keine Liegestühle, kein Meeresrauschen – stattdessen das Klappern von Besteck aus offenen Fenstern und das Gemurmel auf Sardinisch. Der kleine Piazza Gramsci ist der informelle Treffpunkt, an dem sich gegen Abend das soziale Leben des Ortes verdichtet.
Architektonisch gibt sich das Zentrum bescheiden: weiß getünchte Häuser, bougainvilleabewachsene Mauern, gelegentlich ein altes Steingebäude aus der Nachkriegszeit. Die Chiesa di San Giacomo Apostolo ragt als markanter Orientierungspunkt über die Dächer. Rund um die Kirche haben sich im Laufe der Jahre Handwerksbetriebe, Delikatessenläden mit lokalen Pecorino-Sorten und Weinen aus dem Sulcis-Iglesiente angesiedelt.
Für Reisende, die mehr als Sonnenbaden suchen, ist das Centro di Villasimius der ideale Ausgangspunkt. Hotels und B&Bs im Zentrum bieten eine ruhigere, authentischere Alternative zu den Resorts direkt am Meer – und man ist zu Fuß bei allem, was den Ort ausmacht: dem Wochenmarkt, den besten Pizzerien und dem Museo Archeologico, das die phönizische und römische Geschichte der Halbinsel Capo Carbonara dokumentiert. Abends verwandelt sich der Viale Umberto I in eine lebhafte Flaniermeile, auf der Familien, Surfer und Urlauber gleichermaßen ihren Abend beginnen.

Museo Archeologico di Villasimius
Archäologisches Museum, das die lange Geschichte von Villasimius zeigt: phönizische Funde aus Cuccureddus, römische Keramik und Ladungen gesunkener Schiffe.
Funde aus der phönizischen Siedlung Cuccureddus am Riu Foxi