An der Ecke der Via San Cesareo steht mit dem Sedile Dominova ein in Kampanien einzigartiges Relikt mittelalterlicher Stadtverfassung: eine offene Loggia, in der sich einst der Sorrentiner Stadtadel zu seinen Ratssitzungen versammelte. Solche Sedili gab es in vielen süditalienischen Städten, doch nur wenige sind erhalten – das von Sorrent gilt als das letzte seiner Art in der Region. Das Bauwerk fällt durch seine Kuppel auf, die mit grün-gelber Majolika gedeckt ist und über den Dächern der Altstadt leuchtet. Unter den Bögen haben sich Fresken und Säulen erhalten, die von der einstigen Bedeutung des Ortes zeugen. Die offene Bauweise – ohne Türen und Wände zur Gasse hin – erklärt sich aus der Funktion: Hier wurde öffentlich beraten, sichtbar für die Bürger. Heute hat der Ort eine eigene Note bewahrt. In der Loggia treffen sich Mitglieder einer alteingesessenen Sorrentiner Gesellschaft zum Kartenspiel, während draußen der abendliche Bummel über die Via San Cesareo vorbeizieht. Dieser Kontrast aus historischem Denkmal und gelebtem Alltag macht den besonderen Reiz des Sedile aus. Einen Eingang oder ein Ticket gibt es nicht: Das Denkmal erlebt man im Vorbeigehen, eingebettet in das Gewimmel der Altstadtgassen. Am schönsten wirkt es nach Einbruch der Dunkelheit, wenn die Kuppel und die Fresken beleuchtet sind. Ein kurzer Halt auf dem Weg durch die Altstadt, der die Geschichte der Stadt auf engstem Raum greifbar macht.
Du stehst vor einer offenen, freistehenden Loggia an einer Ecke der Via San Cesareo. Auffällig ist die Kuppel aus grün-gelber Majolika; unter den Bögen sind Fresken und Säulen erhalten. Das Denkmal ist frei zugänglich und wird von der Gasse aus betrachtet – ein kurzer Halt, der sich gut in einen Altstadtbummel einfügt. Häufig sitzen hier Mitglieder einer alteingesessenen Gesellschaft beim Kartenspiel.
Sedili waren in vielen süditalienischen Städten die Versammlungsorte des Stadtadels, an denen über die Geschicke der Kommune beraten wurde. Das Sedile Dominova in Sorrent ist das letzte erhaltene Beispiel dieser Institution in Kampanien. Seine offene Bauweise spiegelt die öffentliche Funktion wider; die Majolika-Kuppel und die Fresken zeugen vom einstigen Rang des Ortes.
