Montepulciano erschließt sich am besten im Anstieg, und ein geführter Altstadt-Rundgang nimmt genau diesen Weg. Die Touren starten meist an der Porta al Prato, dem unteren Stadttor, und folgen dem Corso bergauf durch die Stadt. Vorbei geht es an der Colonna del Marzocco, der Säule mit dem heraldischen Löwen, und an der Torre di Pulcinella, auf der eine Maskenfigur zu jeder vollen Stunde die Glocke schlägt – ein ungewöhnliches Detail, das auf eine Verbindung Montepulcianos nach Neapel zurückgehen soll. Auf dem Weg nach oben reihen sich die Renaissance-Paläste, die Architekten wie Antonio da Sangallo und Vignola entwarfen, bis der Anstieg auf der Piazza Grande endet, dem höchsten Punkt der Stadt mit Dom, Rathaus und Adelspalästen. Unterwegs führen die meisten Rundgänge in einen der historischen Weinkeller, die sich unter den Palästen verbergen – ein erster Kontakt mit dem Vino Nobile und der unterirdischen Welt der Stadt. Dazu erzählen die Guides Geschichten über das Bravìo delle Botti, das Fassrollen-Rennen Ende August, und über die Rivalität der acht Contraden, in die Montepulciano traditionell aufgeteilt ist. Ein solcher Rundgang eignet sich besonders als Auftakt am ersten Vormittag: Er ordnet die Stadt, erklärt ihre Geschichte und gibt eine Orientierung, mit der man die folgenden Tage selbstständig vertiefen kann. Praktisch ist festes Schuhwerk, denn der Corso steigt stetig an und das Kopfsteinpflaster ist uneben. Die Touren sind meist gut zu Fuß zu bewältigen, der Anstieg lässt sich in entspanntem Tempo gehen, mit Pausen an den Aussichtspunkten. Wer Montepulciano nicht nur ansehen, sondern verstehen will – die Bindung an Florenz, die Rolle des Weins, die Tradition der Contraden –, bekommt hier in kompakter Form den Schlüssel dazu.
Feste, geschlossene Schuhe für das Kopfsteinpflaster
