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Tempio di San Biagio
Antonio da Sangallos Zentralbau aus Travertin, 1518 begonnen – ein Hauptwerk der Hochrenaissance, das frei in der Landschaft steht.
◆ STADTVIERTEL · MONTEPULCIANO
Westlich unterhalb der Stadtmauern liegt Montepulcianos stilles Gegenstück: Der Tempio di San Biagio steht am Ende einer Zypressenallee frei zwischen Feldern, dahinter rollen Olivenhaine und Weinberge Richtung Val d'Orcia. Hierhin führt der schönste Spaziergang der Stadt – und gegenüber dem Tempel wartet mit La Grotta eine der besten Küchen der Gegend.

Dass vor Montepulcianos Mauern eines der Hauptwerke der Hochrenaissance steht, verdankt sich einem Wunder: 1518 wollen Zeuginnen gesehen haben, wie sich die Augen eines Madonnenfreskos an einer verfallenen Kapelle bewegten. Die Stadt reagierte mit großer Geste und beauftragte Antonio da Sangallo den Älteren mit einem Neubau, der sich an den Idealen Bramantes messen sollte: ein Zentralbau über griechischem Kreuz, ganz aus honigfarbenem Travertin, frei in die Landschaft gestellt.
Genau diese Lage macht San Biagio einzigartig. Kein Häusermeer drängt sich an die Kirche; sie steht allein zwischen Wiesen, Zypressen und Olivenhainen, und ihre Kuppel und der einzige vollendete Glockenturm wirken wie ein Modell idealer Architektur, das jemand in die Hügel gestellt hat. Am späten Nachmittag, wenn die Sonne tief steht, glüht der Travertin golden – nach der Piazza Grande der berühmteste Fotomoment der Stadt.
Rundherum beginnt das ländliche Montepulciano: Weinberge und Olivenhaine rollen Richtung Val d'Orcia, schmale Sträßchen führen zu Landgütern und Agriturismi, und gegenüber dem Tempel deckt La Grotta seit Jahrzehnten die Tische für das lange toskanische Mittagessen. Wer hier draußen wohnt – etwa in einer Landvilla wie der Villa Cicolina –, bekommt morgens Vogelstimmen statt Vespa-Knattern und hat die Stadt trotzdem in Reichweite.
01 · Highlights
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Antonio da Sangallos Zentralbau aus Travertin, 1518 begonnen – ein Hauptwerk der Hochrenaissance, das frei in der Landschaft steht.
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Der schönste Spazierweg der Stadt: in rund 15 Minuten bergab von der Altstadt zum Tempel, mit Blick über Felder und Hügel.
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Direkt gegenüber dem Tempel: gewölbte Säle, Innenhofgarten und veredelte toskanische Klassiker – ideal nach der Besichtigung.
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Hinter dem Tempel beginnen Weinberge und Olivenhaine Richtung Val d'Orcia – mit Landgütern, Agriturismi und stillen Sträßchen.
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Am schönsten zu Fuß: Von der Altstadt führt die Via di San Biagio in rund 15 Minuten bergab zum Tempel, gesäumt von Zypressen und mit weitem Blick über die Felder. Mit dem Auto gibt es Parkplätze direkt an der Kirche – den Anstieg zurück sollte man bei Sommerhitze nicht unterschätzen.
Für die Besichtigung des Innenraums wird ein kleines Eintrittsticket verlangt; die Einnahmen fließen in den Erhalt des Baus. Der Blick auf den frei stehenden Tempel von außen – für viele die halbe Attraktion – bleibt natürlich frei.
San Biagio ist eine Wallfahrtskirche: Sie wurde ab 1518 an der Stelle einer alten Kapelle errichtet, an der ein Marienwunder bezeugt worden sein soll. Die freie Lage war Absicht – der Zentralbau sollte als ideales Bauwerk allein in der Landschaft wirken.
Wer Ruhe sucht, ist hier richtig: Landvillen und Agriturismi im Umland bieten Gärten, Pools und Weitblick, während die Altstadt in wenigen Auto- oder Gehminuten erreicht ist. Ein eigenes Auto ist draußen allerdings praktisch, vor allem abends.
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