Die Piazza Vittorio Emanuele I. ist das Herzstück von Santa Teresa Gallura und trägt den Namen ihres Gründers: König Vittorio Emanuele I. von Savoyen ließ den Ort 1808 anlegen – und zwar nicht gewachsen über Jahrhunderte, sondern als planmäßiges Schachbrett. Genau dieser Grundriss prägt das Zentrum bis heute: Die geraden Gassen laufen alle auf diese Piazza zu, die damit zum natürlichen Mittelpunkt des Stadtlebens wird.
Tagsüber hat der Platz ein ruhigeres Gesicht. Gäste sitzen in den Caffès, der Marktbetrieb wechselt mit den Stunden, und über die Piazza zieht der Verkehr der Urlauber zwischen Strand, Hafen und Geschäften. Spätestens am Abend aber gehört der Platz den Menschen: Dann beginnt die Passeggiata, jener typisch italienische Abendspaziergang, bei dem man sich zeigt, trifft und treiben lässt. Familien drehen ihre Runden, Kinder spielen, Gelato wandert von Hand zu Hand, auf den Terrassen wird der Aperitivo zelebriert, und im Sommer spielt oft Livemusik.
Rund um die Piazza liegen Bars, Eisdielen, Boutiquen und Restaurants in den niedrigen, hellen Häusern des savoyischen Rasters. Von hier sind es nur wenige Schritte zu den Aussichtsterrassen an der Steilküste, von denen der Blick über die Straße von Bonifacio bis nach Korsika reicht, und zum Treppenweg, der hinunter zum Stadtstrand Rena Bianca führt. Auch der mächtige Turm Torre di Longonsardo ist von hier schnell erreicht.
Wer Santa Teresa verstehen will, kommt früher oder später auf diese Piazza – sie ist kein museales Monument, sondern der gelebte Treffpunkt eines Ortes, der trotz Tourismus seinen sardischen Alltag bewahrt hat. Ein Eis am Abend, ein Espresso am Morgen, ein Glas Wein vor dem Essen: Die Piazza Vittorio Emanuele I. funktioniert zu jeder Tageszeit, am intensivsten aber in der blauen Stunde, wenn der ganze Ort zur Passeggiata zusammenkommt.