Francesco Melzi d'Eril, Vizepräsident der napoleonischen Italienischen Republik, ließ sich ab 1808 am Ufer südlich von Bellagio Villa und Garten anlegen – einen der ersten englischen Landschaftsgärten am Comer See. Statt der streng geometrischen Anlagen der Barockzeit setzte er auf das damals neue Ideal des natürlich wirkenden Parks: weite Rasenflächen, locker gesetzte Baumgruppen und Wege, die den Blick immer wieder neu auf das Wasser lenken. Heute spaziert man zwischen Zedern, Platanen und alten Baumriesen am Seeufer entlang, vorbei an einem japanisch inspirierten Teich, einem maurisch anmutenden Pavillon und der Familienkapelle. Skulpturen säumen die Wege, darunter klassizistische Figuren, die sich an antiken Vorbildern orientieren. Eine Statue, die an die Begegnung von Dante und Beatrice erinnert, gehört zu den bekanntesten Stücken der Sammlung. Der Garten zieht sich schmal und lang am Ufer hin, sodass der See fast überall präsent bleibt. Der eindrucksvollste Moment des Jahres ist die Blütezeit im April und Mai: Dann verwandeln Azaleen und Rhododendren das Ufer in ein Farbband, und der Park zeigt sich von seiner üppigsten Seite. Doch auch im Sommer, wenn die großen Bäume Schatten spenden, und im Herbst mit seiner Laubfärbung lohnt der Besuch. Die Anlage hat zwei Eingänge an den beiden Enden – einer liegt bei Loppia im Süden, der andere näher am Zentrum Bellagios –, sodass sich der Garten gut in einen Spaziergang entlang des Ufers einfügen lässt. Die Villa selbst ist in Privatbesitz und nicht zugänglich; geöffnet ist allein der Park, und das nur in der Saison von Frühjahr bis Herbst. Ein Eintritt wird erhoben; aktuelle Preise und Öffnungszeiten variieren saisonal und werden am besten vorab geprüft. Wer Ruhe, botanische Vielfalt und immer wieder neue Seeblicke sucht, findet hier einen der schönsten Gärten der gesamten Region – ein Gegenentwurf zum lebhaften Treiben in den Gassen des Borgo.
Ein schmaler, langgestreckter Landschaftsgarten am Seeufer mit weiten Rasenflächen, alten Zedern und Platanen, einem japanisch inspirierten Teich, einem maurischen Pavillon und der Familienkapelle. Klassizistische Skulpturen – darunter die Gruppe Dante und Beatrice – säumen die Wege, und der See bleibt fast überall im Blick. Die Villa selbst ist privat; geöffnet ist nur der Park, gegen Eintritt und nur in der Saison.
Francesco Melzi d'Eril, Vizepräsident der napoleonischen Italienischen Republik, ließ Villa und Garten ab 1808 anlegen. Damit entstand einer der ersten englischen Landschaftsgärten am Comer See – ein bewusster Gegenentwurf zu den geometrischen Barockanlagen, ganz im Geist des natürlich wirkenden Parks mit locker gesetzten Baumgruppen und auf den See ausgerichteten Sichtachsen. Die Villa blieb bis heute in Privatbesitz.
