Beim Ristorante Silvio oberhalb des kleinen Hafens von Loppia, am südlichen Rand Bellagios, hat das Wort „fangfrisch“ einen sehr konkreten Sinn: Die Familie Ponzini fischt seit Generationen selbst im Comer See, und was morgens aus dem eigenen Boot kommt, steht mittags auf der Karte. So entsteht eine Küche, die ganz auf den See ausgerichtet ist – Lavarello (Felchen), die als Missoltini sonnengetrockneten und eingelegten Agoni, Barsch und das klassische Risotto mit Barschfilets gehören zu den festen Größen. Das Haus ist mehr als ein Restaurant: Es ist zugleich Gasthof mit einfachen, soliden Zimmern und wird seit langem in Familienregie geführt. Den größten Eindruck hinterlässt die Terrasse, die über Olivenbäume hinweg auf das Wasser blickt – ein ruhiger Platz fernab vom Gedränge am Anleger, an dem das Mittagessen schnell zur längeren Pause wird. Die Lage macht das Silvio zu einer naheliegenden Station auf dem Weg von San Giovanni und Loppia ins Zentrum Bellagios: Der Südeingang der Giardini di Villa Melzi liegt nur wenige Schritte entfernt, sodass sich ein Gartenbesuch und ein Essen am See gut verbinden lassen. Die Atmosphäre ist unprätentiös und familiär, der Stil bodenständig statt aufgesetzt elegant. Wer den Comer See kulinarisch von seiner traditionellen Seite kennenlernen will – Seefisch statt Importware, regionale Rezepte statt internationaler Standardkarte –, ist hier richtig. In der Hochsaison und besonders für einen Tisch mit Seeblick auf der Terrasse empfiehlt sich eine Reservierung. Konkrete Preise und Öffnungszeiten klärt man am besten direkt beim Haus, da sie saisonal variieren.
Risotto mit Barschfilets
Cremiges Risotto mit Filets vom Barsch aus dem See – ein Klassiker der Comer-See-Küche und ein Aushängeschild des Hauses.





























