Die Piazza Navona übernimmt exakt die Form des antiken Stadions des Domitian. Wo einst Athleten liefen, spannt sich heute einer der schönsten Barockplätze Roms, und die langgestreckte, an den Enden gerundete Form verrät bis heute den sportlichen Ursprung. Diese Verbindung von antikem Grundriss und barocker Inszenierung macht den besonderen Reiz des Platzes aus. In der Mitte trägt Berninis Vierströmebrunnen, die Fontana dei Quattro Fiumi, einen Obelisken über den Personifikationen der vier damals bekannten Erdteile, dargestellt durch die Flüsse Donau, Ganges, Nil und Río de la Plata. Die kraftvoll bewegten Figuren und die Wassergestaltung gehören zu den herausragenden Werken des römischen Barock. Flankiert wird der zentrale Brunnen von zwei weiteren Brunnen an den Enden des Platzes, dem Moren- und dem Neptunbrunnen. Unmittelbar hinter dem Vierströmebrunnen erhebt sich die geschwungene Fassade der Kirche Sant'Agnese in Agone, ein Hauptwerk Borrominis. Bernini und Borromini, die großen Rivalen des römischen Barock, treffen hier auf engstem Raum aufeinander, was dem Platz auch architekturgeschichtlich besonderes Gewicht verleiht. Die konkave Schwingung der Fassade und der vorgelagerte Brunnen bilden ein bewusstes Zusammenspiel. Heute ist die Piazza Navona ein lebendiges Freilufttheater. Cafés und Restaurants säumen den Platz, Maler und Straßenkünstler bespielen ihn bis in die Nacht, und der Eintritt in dieses Schauspiel ist frei. Am ruhigsten und für Fotos am schönsten ist der Platz früh am Morgen, bevor sich die Tische und Besucherströme füllen. Von hier aus sind das Pantheon, Campo de’ Fiori und die Wege zum Tiber alle zu Fuß erreichbar, was die Piazza Navona zu einem natürlichen Ausgangspunkt für die Altstadt macht.
Der lange, an den Enden gerundete Platz wird von drei Brunnen und der Kirche Sant'Agnese in Agone geprägt. Im Zentrum steht Berninis Vierströmebrunnen mit Obelisk, an den Enden der Moren- und der Neptunbrunnen. Rundum reihen sich Cafés, Restaurants und Stände von Malern und Straßenkünstlern. Der Besuch ist frei und jederzeit möglich; für einen Rundgang mit Blick auf die Brunnen genügt eine halbe Stunde.
Der Platz entstand auf dem Grundriss des Stadions des Domitian aus dem 1. Jahrhundert, das für sportliche Wettkämpfe genutzt wurde. In der Barockzeit wurde der Bereich unter den Päpsten umgestaltet: Bernini schuf den Vierströmebrunnen, Borromini die Fassade von Sant'Agnese in Agone. So wurde aus dem antiken Stadion eine der großen barocken Platzanlagen Roms.
