
◆ STADT · KANAREN
Santa Cruz ist keine Postkarten-Inselhauptstadt, sondern eine echte Hafenstadt mit Containerkränen, Boulevard-Cafés und einem Opernhaus, das aussieht wie eine erstarrte Welle. Calatravas Auditorio reckt sich an der Avenida Marítima auf, während im Rücken der Stadt das uralte Lorbeerwald-Gebirge des Anaga aufragt. Hier verschmelzen kanarisches Alltagsleben, koloniales Erbe und ein Karneval, der nach Rio kommt — und gleich hinter dem Hafen wartet der Sahara-Sand von Las Teresitas.

Santa Cruz de Tenerife wendet sich dem Wasser zu. Die Stadt wuchs aus einem Hafen, an dem schon Schiffe Richtung Amerika ablegten, und noch heute schiebt sich der Containerverkehr direkt am Stadtkern vorbei. Das Herz schlägt rund um die Plaza de España mit ihrem kreisrunden künstlichen See und die angrenzende Plaza de la Candelaria — von hier führen schattige Gassen zur Kirche Nuestra Señora de la Concepción mit ihrem markanten Glockenturm, dem ältesten Wahrzeichen der Stadt. Wer von der Plaza zur Avenida Marítima läuft, steht nach gut einem Kilometer vor dem Auditorio de Tenerife, Santiago Calatravas weißer Betonsegel-Skulptur von 2003, in der das Sinfonieorchester Teneriffas und das Heineken-Jazzfestival residieren.
Doch Santa Cruz lebt nicht nur am Wasser. Der Parque García Sanabria, eine grüne Lunge mit Skulpturen, Springbrunnen und schattigen Alleen, lädt mitten in der Stadt zum Durchatmen ein, und im TEA — dem von Herzog & de Meuron entworfenen Tenerife Espacio de las Artes — hängen zeitgenössische Fotografie und Kunst neben einer lichtdurchfluteten Bibliothek. Über allem thront der Anaga: ein UNESCO-Biosphärenreservat mit Lorbeer-Nebelwäldern, schroffen Graten und versteckten Buchten, das in wenigen Fahrminuten vom Zentrum aus erreichbar ist. Diese Nähe von Großstadt und Urwald macht den besonderen Reiz aus — kaum eine europäische Hauptstadt liegt so dicht an einem subtropischen Reliktwald.
Und dann ist da der Sand. Las Teresitas, der goldene Stadtstrand beim Fischerdorf San Andrés, wurde in den 1970ern aus der Sahara herangeschafft und durch eine vorgelagerte Mole vom Atlantikschwell geschützt — ein fast karibisch ruhiges Bad nur zwanzig Minuten vom Hafen entfernt. San Andrés selbst hat seinen seemännischen Charakter bewahrt: hier isst man frischen Fisch direkt am Wasser. Wer das echte kanarische Santa Cruz sucht, findet es weder im Souvenirladen noch im Kreuzfahrtterminal, sondern in den Markthallen, den Guachinches am Stadtrand und in den Hügeln, in denen die Stadt einfach aufhört und der Wald beginnt.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel





· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Architektur & Kunst
Ein Spaziergang entlang der modernen Wahrzeichen: Calatravas Auditorio an der Avenida Marítima, das von Herzog & de Meuron gestaltete TEA, der Mercado de Nuestra Señora de África und César Manriques Meerwasser-Pools im Parque Marítimo — Architektur als Inselsignatur.
Markt & Küche
Erst durch die Stände des Mercado de África mit frischem Fisch und kanarischem Käse, dann zu einem Guachinche am Stadtrand: papas arrugadas mit rotem und grünem Mojo, gegrillter Käse, ropa vieja und Hauswein direkt vom Erzeuger.
Strand & Fischerdorf
Mit der Guagua nach Las Teresitas: goldener Sand vor der grünen Kulisse des Anaga, ruhiges Wasser hinter der Mole, danach frischer Fisch in den Lokalen des alten Fischerorts San Andrés mit Blick auf die Boote.
Berg & Biosphäre
Hinauf ins UNESCO-Biosphärenreservat: Nebelwälder aus Lorbeer, schwindelerregende Grate, Aussichtspunkte über zwei Küsten und Wanderpfade hinab zu einsamen Buchten — die wilde Rückseite der Hauptstadt.
03 · Wann
Teneriffa trägt den Beinamen Insel des ewigen Frühlings zu Recht: Santa Cruz ist ganzjährig mild, die Temperaturen schwanken nur moderat zwischen Winter und Sommer, Regen fällt selten und meist zwischen Oktober und März. Die größte Frage ist weniger das Wetter als der Karneval — wer Trubel sucht, kommt im Spätwinter, wer Ruhe will, eher davor oder danach.
04 · Häufige Fragen
Teneriffa hat zwei Flughäfen. Der Flughafen Nord (TFN, Los Rodeos) liegt nur rund 11 km von Santa Cruz entfernt; die Buslinie (Guagua) 102 fährt ins Zentrum. Vom größeren Flughafen Süd (TFS, Reina Sofía) verbinden die Linien 110, 111 und 711 die Stadt in etwa einer Stunde. Mietwagen und Taxi sind ebenfalls problemlos verfügbar.
Der Carnaval de Santa Cruz ist nach Rio de Janeiro der zweitgrößte der Welt und zieht jährlich Hunderttausende auf die Straßen. Er findet im Spätwinter (meist Februar) statt, mit Wahl der Karnevalskönigin, dem großen Umzug Coso Apoteosis entlang der Avenidas und ausgelassenen Nächten. Wer ihn erleben will, sollte Unterkunft sehr früh buchen — die Stadt ist dann ausgebucht.
Zu den Höhepunkten zählen das wellenförmige Auditorio de Tenerife von Santiago Calatrava, das Kunstzentrum TEA, der Parque García Sanabria, der Mercado de Nuestra Señora de África, der Palmetum-Botanikgarten und die Plaza de España. Dazu der Stadtstrand Las Teresitas bei San Andrés und ein Ausflug ins UNESCO-Biosphärenreservat Anaga.
Am einfachsten mit der Straßenbahn: Die Tranvía-Linie 1 verbindet das Zentrum von Santa Cruz in rund 40 Minuten mit der UNESCO-Welterbe-Altstadt von San Cristóbal de La Laguna. Die Bahn fährt dicht getaktet und ist die bequemste und günstigste Verbindung zwischen den beiden zusammengewachsenen Städten.
Dank des subtropischen Klimas ist Santa Cruz ganzjährig mild. Frühling (März–Juni) und Frühherbst (September/Oktober) gelten als ideal: angenehm warm, trocken und nicht überlaufen, mit warmem Meer im Herbst. Der Spätwinter ist Karnevalszeit mit viel Trubel; echte Regentage gibt es vor allem zwischen Oktober und März.
Kanarische Klassiker wie papas arrugadas (Runzelkartoffeln) mit rotem mojo picón und grünem mojo verde, gegrillter Käse, frischer Fisch, ropa vieja und sancocho. Am authentischsten in einem Guachinche — einer rustikalen, familiengeführten Schänke mit täglich wechselnder Karte und eigenem Wein — oder an den Ständen des Mercado de Nuestra Señora de África.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Santa Cruz de Tenerife.
Karte