Las Palmas de Gran Canaria ist die seltene Großstadt, in der man morgens durch eine kopfsteingepflasterte Kolonialaltstadt schlendert und mittags im warmen Atlantik schwimmt. Als Hauptstadt der Kanarischen Inseln vereint sie urbane Dichte mit einem Klima, das selbst im Winter selten unter angenehme zwanzig Grad fällt. Der historische Kern liegt im Stadtteil Vegueta, dem ältesten europäisch geprägten Viertel der Kanaren. Hier ragt die Catedral de Santa Ana über einen Platz mit bronzenen Hunden, daneben erinnert die Casa de Colón daran, dass Christoph Kolumbus auf seiner Atlantiküberquerung in Las Palmas Station machte. Schmale Gassen mit Holzbalkonen, das Museo Canario und sonntägliche Märkte geben Vegueta einen entschleunigten Takt, der zum benachbarten Triana mit seinen Jugendstilfassaden und Einkaufsstraßen überleitet. Doch das eigentliche Wohnzimmer der Stadt ist Las Canteras: ein gut sechs Kilometer langer Bogen aus goldenem Sand mitten im Stadtgebiet. Ein vorgelagertes Felsriff, La Barra, bricht die Wellen und macht große Teile des Strandes zu einem ruhigen, fast lagunenartigen Badegewässer, während das nördliche Ende bei El Confital zur Surfzone wird. Die Promenade dahinter ist Bühne für Jogger, Familien und ein abendliches Publikum, das in den Strandlokalen den Sonnenuntergang über dem Atlantik feiert. Rund um die Plaza de Santa Catalina und den Parque Santa Catalina schlägt der internationale Puls der Stadt: Der Hafen Puerto de la Luz zählt zu den verkehrsreichsten Atlantikhäfen, und mit ihm kamen über Jahrzehnte Seeleute, Händler und Einwanderer aus aller Welt. Diese Mischung prägt bis heute Küche und Straßenleben – von kanarischen papas arrugadas mit mojo bis zu lateinamerikanischen und westafrikanischen Aromen. Las Palmas ist damit weit mehr als ein Zwischenstopp auf dem Weg in den sonnigen Süden der Insel: eine echte Hauptstadt mit Strand vor der Tür.






