Fuerteventura ist die älteste und am stärksten von Wind und Wasser geformte Insel der Kanaren – eine flache, fast baumlose Wüsteninsel mitten im Atlantik, deren Sand teils direkt von der nur rund 100 Kilometer entfernten Sahara herübergeweht zu sein scheint. Wer hierherkommt, zählt keine Sehenswürdigkeiten, sondern Horizonte: weite Dünenfelder, türkise Buchten und Strände, die sich kilometerlang ohne Bebauung ziehen. Im Norden liegt Corralejo mit seinen riesigen, von einem Naturpark geschützten Wanderdünen und Blick auf die kleine vorgelagerte Insel Lobos. An der Westküste lockt El Cotillo mit ruhigen Lagunen für Familien und kräftigen Wellen für Surfer. Im Süden, hinter den Bergen der Halbinsel Jandía, erstreckt sich der über zehn Kilometer lange, einsame Strand von Cofete – ein Ort, der wegen seiner Abgeschiedenheit fast unwirklich wirkt. Das Inselinnere erzählt eine andere Geschichte. Rund um Betancuria, die ehemalige Hauptstadt, ziehen sich karge Hügel, alte Kirchen und Aussichtspunkte. Jahrhundertelang prägte vor allem die Ziege das Leben hier – aus ihrer Milch reift der goldgelbe Majorero-Käse, das kulinarische Wahrzeichen Fuerteventuras und einer der bekanntesten Käse Spaniens. Der ständige Nordostpassat hat Fuerteventura zudem zu einem der besten Wind- und Kitesurf-Reviere Europas gemacht; rund um Sotavento und die Lagune im Süden treffen sich Sportler aus aller Welt. Der Süden mit Costa Calma und Morro Jable ist tourismusgeprägt und bei deutschen Urlaubern besonders beliebt, während der Norden lebhafter und der Westen rauer und ursprünglicher bleibt. So bietet die Insel je nach Küste ein ganz unterschiedliches Gesicht – verbunden durch das immer gleiche, große Atlantiklicht.






