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◆ STADT · KANAREN

El Hierro.
wo der Passat die Wacholder windschief biegt

El Hierro ist die kleinste und westlichste Hauptinsel der Kanaren, ein vulkanisches Eiland, das lange als der letzte Vorposten der bekannten Welt galt. Auf rund 270 Quadratkilometern drängen sich Lorbeerwälder im Nebel, terrassierte Weinberge, Lavafelder und das halbmondförmige Tal El Golfo zusammen, das wie ein Amphitheater zum Atlantik hin abfällt. Wer hierher kommt, sucht keine Strandpromenaden, sondern Stille: glasklare Naturpools im erkalteten Lavagestein, eines der reichsten Tauchreviere Europas vor La Restinga und eine Insel, die seit dem Jahr 2000 als UNESCO-Biosphärenreservat und seit 2014 als Geopark unter besonderem Schutz steht. travelperfect führt durch die ursprünglichste der sieben Inseln.

El Hierro.

Die Insel am Ende der Welt und ihr eigensinniger Weg in die Zukunft

Jahrhundertelang markierte El Hierro buchstäblich das Ende der Landkarte. Am Faro de Orchilla, dem einsamen Leuchtturm an der zerklüfteten Südwestspitze, verlief vor der Einigung auf Greenwich der Nullmeridian, der Bezugspunkt, hinter dem für die alte Welt nichts mehr kam. Die Ureinwohner, die Bimbaches, lebten auf der trockenen Insel von einem Wunder: dem Garoé, einem heiligen Baum hoch im Norden, dessen Blätter den Nebel des Nordost-Passats zu Tropfen kondensierten und in steinerne Becken rinnen ließen. Ohne diesen Nebelbrunnen wäre die Insel kaum bewohnbar gewesen, eine Geschichte, die bis heute erzählt wird und im Garoé-Park oberhalb von Valverde nachgezeichnet ist.

Wer durch El Hierro fährt, erlebt drei Inseln auf einer. Oben thront der Pico de Malpaso mit 1.501 Metern, umgeben vom Kiefernwald von El Pinar und vom märchenhaften Sabinar, jenem Hain windgebeugter Wacholder, deren spiralig verdrehte Stämme der ständige Fallwind von der Cumbre über Jahrhunderte zur Seite gepresst hat. Tiefer hinab öffnet sich das fruchtbare Tal El Golfo mit seinen Bananenplantagen und Weinbergen, überragt vom Mirador de la Peña, den César Manrique gestaltet hat. Und ganz im Süden, jenseits der schwarzen Lavawüste, liegt das Taucherdorf La Restinga am Mar de las Calmas, dem Meer der Stille.

Heute ist El Hierro vor allem für eine kühne Idee bekannt: Die Insel will sich vollständig aus Wind und Wasser versorgen. Das Kraftwerk Gorona del Viento pumpt mit überschüssigem Windstrom Wasser in einen erloschenen Vulkankrater und lässt es bei Flaute wieder hinab durch Turbinen rauschen. An guten Tagen läuft die ganze Insel rein erneuerbar, einmal sogar wochenlang am Stück. So passt El Hierro zusammen, was woanders auseinanderfällt: archaische Landschaft und avantgardistischer Umweltgeist, ein Reiseziel für alle, die Ruhe, Natur und ein gutes Gewissen suchen.

El Hierro

01 · Auf einen Blick

Gut zu wissen.

Hauptort
Valverde (rund 600 m über dem Meer, einzige Inselhauptstadt der Kanaren ohne Meerblick)
Fläche & Lage
rund 270 km², westlichste und kleinste Hauptinsel der Kanaren
Höchster Punkt
Pico de Malpaso, 1.501 m
Anreise
Flug ab Teneriffa oder Gran Canaria (Umstieg nötig) zum Flughafen bei Valverde; Fähre von Los Cristianos/Teneriffa nach Puerto de la Estaca, ca. 2,5 Std.
Vor Ort
Mietwagen praktisch unverzichtbar; kurvige Bergstraßen, kaum Ampeln, dünnes Busnetz (Guagua)
Schutzstatus
UNESCO-Biosphärenreservat (seit 2000), Geopark (seit 2014)
Beste Reisezeit
ganzjährig mild; Frühling und Frühsommer (April bis Juni) für Wandern und klare Sicht ideal
Sprache & Währung
Spanisch, Euro; Englisch und Deutsch nur eingeschränkt

· Entdecken & Buchen

Was es zu buchen gibt.

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02 · Was tun

El Hierro in Routen drei Wege durch Insel, Tiefe und Höhe

Unter Wasser

Mar de las Calmas: Tauchen im Meer der Stille

Vor La Restinga an der Südspitze fällt der Meeresboden steil auf 200 Meter ab, geschützt vom Wind im windgeschützten Meeresschutzgebiet von 1996. Trompeten- und Papageienfische, Zackenbarsche, Mantas, gelegentlich Mondfische und Schildkröten ziehen durchs glasklare Wasser; das warme Vulkangestein hält Sicht und Artenvielfalt hoch. Tauchgänge sind kontingentiert und vorab anzumelden, weshalb das Revier so intakt geblieben ist.

Eines der besten Tauchreviere EuropasMeeresschutzgebiet seit 1996Vulkanboden, Höhlen & Großfisch

Über Wasser

El Golfo & die Naturpools der Küste

Statt Sandstränden lockt El Hierro mit Charcos, Naturbecken im erstarrten Lavagestein. La Maceta und Charco Azul im Tal El Golfo, das fotogene Pozo de las Calcosas mit seinen strohgedeckten Steinhäusern und die Badebucht von Tamaduste beim Flughafen. Der rote Sand der Playa del Verodal unter den Kliffs gilt vielen als schönster Strand der Insel. Oben wacht der Mirador de la Peña über das ganze Halbrund.

Lavapools statt StrandpromenadeRoter Sand am VerodalAussicht vom Manrique-Mirador

In den Höhen

Garoé, Sabinar & der Camino de la Virgen

Über 600 Kilometer markierte Wege durchziehen die Insel. Der El Sabinar zeigt die weltweit einmaligen, vom Wind spiralig verdrehten Wacholder; der Garoé-Park erzählt vom heiligen Nebelbaum der Bimbaches. Der historische Pilgerpfad führt über den Inselkamm von der Ermita de los Reyes nach Valverde, durch Kiefernwald und Lorbeernebel, vorbei an Miradores mit Blick über El Golfo und das offene Meer.

Über 600 km WanderwegeWindgedrehte Wacholder im SabinarHistorischer Pilgerweg über den Kamm

03 · Wann

Wann nach El Hierro eine Insel fast ohne Hochsaison

El Hierro kennt kaum Extreme: Die Passatwinde und der Atlantik halten die Temperaturen ganzjährig mild, an der Küste meist zwischen 19 und 23 Grad, im hochgelegenen Valverde kühler und oft wolkenverhangen. Der Norden liegt häufig im Nebel, während es im windgeschützten Süden um La Restinga sonniger und wärmer bleibt. Wer Höhe und Küste kombiniert, findet zu jeder Jahreszeit passendes Wetter.

FrühlingMärz bis MaiKlare Luft nach dem Winterregen, grüne Hänge, beste Fernsicht und ideale Bedingungen zum Wandern. Angenehm leer.Wandern, Sabinar, Miradore
SommerJuni bis SeptemberTrocken und sonnig, der windgeschützte Süden um La Restinga am wärmsten; oben hält der Passat es angenehm frisch.Tauchen, Naturpools, Sternenhimmel
HerbstOktober bis NovemberDas Meer ist nach dem Sommer am wärmsten, Tauchsicht hervorragend, Weinlese im Tal El Golfo. Ruhige Nebensaison.Tauchen, Weingüter, Charcos
WinterDezember bis FebruarMild, aber im Norden feucht und wolkig; gelegentlich Schauer. Der Süden bleibt das Sonnenfenster der Insel.Lorbeerwälder, Ruhe, Küche

04 · Häufige Fragen

Was Reisende am häufigsten fragen.

Wie kommt man nach El Hierro?

Es gibt keinen Direktflug aus Mitteleuropa. Man fliegt zunächst nach Teneriffa oder Gran Canaria und steigt dort in einen kurzen Inlandsflug zum Flughafen El Hierro bei Valverde um. Alternativ fährt die Fähre von Los Cristianos auf Teneriffa zum Hafen Puerto de la Estaca in rund zweieinhalb Stunden, teils mit Halt auf La Gomera.

Braucht man auf El Hierro einen Mietwagen?

Praktisch ja. Die Sehenswürdigkeiten liegen weit verstreut über kurvige Bergstraßen, und das öffentliche Busnetz (Guagua) ist dünn. Ein Mietwagen, am besten direkt am Flughafen oder Fährhafen, macht die Insel erst richtig erlebbar. Tankstellen sind selten, also rechtzeitig auffüllen.

Kann man auf El Hierro auch ohne Tauchschein etwas erleben?

Unbedingt. Neben dem Tauchrevier Mar de las Calmas locken Naturpools wie La Maceta und Charco Azul zum Schnorcheln und Baden, dazu über 600 Kilometer Wanderwege, der Wacholderwald El Sabinar, der heilige Baum Garoé und die Aussichtspunkte über das Tal El Golfo. Auch ohne Ausrüstung ist die Insel ein Naturerlebnis.

Was sollte man auf El Hierro unbedingt probieren?

Die Quesadilla herreña, ein süßes Käsegebäck mit Anis und Zitrone, das seit über hundert Jahren auf der Insel gebacken wird, ist das kulinarische Wahrzeichen. Dazu der geschützte Queso Herreño aus Kuh-, Schaf- und Ziegenmilch und die kräftigen Weißweine der eigenen Herkunftsbezeichnung aus dem Tal El Golfo.

Warum gilt El Hierro als nachhaltiges Reiseziel?

Die Insel ist UNESCO-Biosphärenreservat und Geopark und betreibt mit Gorona del Viento ein Hybridkraftwerk aus Wind und Wasser, das sie an guten Tagen vollständig mit erneuerbarer Energie versorgt. Massentourismus gibt es kaum; das Tauchrevier ist kontingentiert, die Landschaft streng geschützt.

Wann findet die Bajada de la Virgen statt?

Das größte Inselfest, bei dem die Schutzpatronin Virgen de los Reyes in einer tagelangen Prozession über den Inselkamm nach Valverde getragen wird, wird nur alle vier Jahre gefeiert. In den Jahren dazwischen prägen kleinere Wallfahrten und Dorffeste den Kalender.

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    travelperfect · Aktualisiert 7. Juni 2026