
◆ STADT · SARDINIEN
Porto Cervo ist kein gewachsenes Dorf, sondern eine Vision: Anfang der 1960er-Jahre ließ Fürst Karim Aga Khan IV. an einer geweihförmigen Granitbucht der Gallura das Herz seiner Costa Smeralda errichten – geschwungene Fassaden, Bogengänge und Gassen, die Architekten wie Luigi Vietti und Jacques Couëlle bewusst wie gewachsen aussehen ließen. Heute liegt vor der Piazzetta eine der berühmtesten Marinas des Mittelmeers, in der im Sommer Megayachten Heck an Heck vertäut sind, während sich zwischen Boutiquen, der weißen Kirche Stella Maris und Stränden wie Grande Pevero und Liscia Ruja das mondänste Sommertheater Italiens entfaltet. Wer abseits von Juli und August kommt, erlebt türkises Wasser, rosa Granit und duftende Macchia – die eigentliche Währung dieser Küste.

Porto Cervo wurde nicht entdeckt, sondern beschlossen: 1962 gründete Fürst Karim Aga Khan IV. mit Partnern das Consorzio Costa Smeralda, um einen nahezu unbewohnten Küstenstrich der Gallura in das exklusivste Feriengebiet des Mittelmeers zu verwandeln. Architekten wie Luigi Vietti, Jacques Couëlle und Michele Busiri Vici erfanden dafür einen eigenen Stil – geschwungene, wie vom Wind geschliffene Baukörper in Naturfarben, kaum ein rechter Winkel, kein Haus höher als die Pinien. Strenge Bauvorschriften des Consorzio wachen bis heute darüber, dass sich jeder Neubau der Landschaft aus Granit und Macchia unterordnet.
Das Zentrum dieses erfundenen Dorfes ist die Piazzetta mit ihren Cafés und Boutiquen, von der Treppen und Bogengänge zur Sottopiazza und hinunter zum alten Hafen führen. Gleich daneben wacht die weiße Kirche Stella Maris mit ihrem El-Greco-Gemälde über die Bucht, deren geweihartige Form dem Ort den Namen gab – Cervo, der Hirsch. Unten in der Marina, einer der bestausgestatteten des Mittelmeers, residiert seit 1967 der Yacht Club Costa Smeralda: Im Juni trifft sich die Superyacht-Szene zur Loro-Piana-Regatta, im September segelt beim Maxi Yacht Rolex Cup die Königsklasse vor der Küste.
Jenseits des Glamours bleibt diese Küste vor allem Landschaft: rosa Granit, Wacholder und Buchten wie Grande Pevero, Spiaggia del Principe oder die lange Liscia Ruja, deren Wasser jedem Südsee-Vergleich standhält. Dahinter beginnt die Gallura mit dem Künstlerdorf San Pantaleo, den Vermentino-Lagen der Cantina Surrau und den prähistorischen Stätten um Arzachena. travelperfect empfiehlt Mai, Juni oder September: Dann sind Meer und Dorf warm, die Preise verhandelbarer und die Strände wieder das, was sie im August nur frühmorgens sind – still.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel





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· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Architektur & Dorfkern
Ein Spaziergang durch den Dorfkern liest sich wie ein Architekturlehrbuch der 1960er: von der Piazzetta mit Luigi Viettis geschwungenen Fassaden über die Boutiquen-Passagen der Sottopiazza hinunter zum alten Hafen – und hinauf zur weißen Kirche Stella Maris, in der ein Gemälde von El Greco hängt. Alles fußläufig, am schönsten zur abendlichen Passeggiata.
Strand-Hopping
Die Strände rund um Porto Cervo gehören zu den schönsten des Mittelmeers, und keiner gleicht dem anderen: das flache Türkis des Grande Pevero, die granitgerahmte Doppelbucht der Spiaggia del Principe, der lange Bogen der Liscia Ruja vor der Bucht von Cala di Volpe. Ein Mietwagen, Badesachen und ein früher Start – mehr braucht der perfekte Tag nicht.
Hafen & Regatten
An der Marina zeigt die Costa Smeralda ihre maritime Seele: Megayachten an der Mole, der Yacht Club Costa Smeralda von 1967 und die Promenade du Port mit Galerien, Concept-Stores und Restaurants. Im Juni und September verwandeln die Regatten – Loro Piana und Maxi Yacht Rolex Cup – das Seerevier vor der Küste in eine der schönsten Segelbühnen der Welt.
Gallura-Hinterland
Eine halbe Stunde landeinwärts wartet das andere Sardinien: das Künstlerdorf San Pantaleo unter Granittürmen mit seinem Donnerstagsmarkt, die Cantina Surrau mit Vermentino di Gallura zwischen Rebzeilen – und bei Arzachena prähistorische Stätten wie das Gigantengrab Coddu Vecchiu, das daran erinnert, dass diese Küste schon vor Jahrtausenden besiedelt war.
03 · Wann
Porto Cervo ist ein ausgeprägter Saisonort: Zwischen Mai und Oktober läuft die Küste zu großer Form auf, im Hochsommer regiert der Jetset mit entsprechenden Preisen, und im Winter ruht das Dorf fast vollständig. Wer Strände, geöffnete Häuser und entspannte Stimmung sucht, reist im Juni oder September – dann ist das Meer warm und die Costa Smeralda zeigt ihre beste Seite.
04 · Häufige Fragen
Mai, Juni und September sind ideal: warmes Meer, geöffnete Hotels und Restaurants, aber ohne die Spitzenpreise und den Trubel von Juli und August. Der September verbindet noch sommerwarmes Wasser mit dem Maxi Yacht Rolex Cup. Zwischen November und März ist das Dorf weitgehend geschlossen – viele Häuser öffnen erst im Lauf des Mai.
Porto Cervo ist eines der teuersten Reiseziele Italiens, aber das Beste ist kostenlos: die Strände (alle frei zugänglich, Liegen optional), die Passeggiata über die Piazzetta, die Kirche Stella Maris und das Yacht-Spotting an der Marina. Wer beim Übernachten flexibel ist, weicht nach Baja Sardinia, San Pantaleo oder Arzachena aus und kommt für den Tag.
Der nächste Flughafen ist Olbia Costa Smeralda (OLB), rund 30 Kilometer südlich – mit dem Mietwagen oder Taxi ist man in etwa 30 bis 40 Minuten im Dorf. Fähren vom italienischen Festland legen in Olbia und Golfo Aranci an. Ein Mietwagen ist für die Costa Smeralda fast unverzichtbar, da Busse nur saisonal und dünn verkehren.
Grande Pevero und Cala Granu liegen direkt vor der Haustür, die Spiaggia del Principe gilt vielen als schönster Strand Sardiniens, und Liscia Ruja ist einer der längsten Strände der Costa Smeralda. Auch Capriccioli und Romazzino lohnen den Weg. Im August früh kommen – Parkplätze und freie Abschnitte sind schnell belegt.
Für Dorf, Marina und die nächsten Strände reichen zwei bis drei Tage. Wer Strand-Hopping bis Liscia Ruja, eine Bootstour in den La-Maddalena-Archipel und das Hinterland mit San Pantaleo und den prähistorischen Stätten von Arzachena mitnehmen will, plant besser fünf Tage bis eine Woche – Porto Cervo ist auch eine gute Basis für die ganze Gallura.
Ja – wie überall in Italien sind die Strände öffentlich, auch vor den großen Hotels. Bewirtschaftete Abschnitte vermieten Liegen und Schirme (im Hochsommer teils nur mit Reservierung), daneben gibt es an fast jedem Strand freie Bereiche. Eigene Ausrüstung mitzubringen ist die entspannteste und günstigste Variante.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage an der Costa Smeralda.
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