Wer die Marina di Porto Cervo zum ersten Mal betritt, versteht sofort, warum dieser Ort seit Jahrzehnten die Fantasie von Seglern, Jetsettern und Reisenden gleichermaßen befeuert. Die Anlage, ursprünglich auf Initiative des Aga Khan IV. in den 1960er-Jahren als exklusives Refugium entworfen, ist kein gewöhnlicher Yachthafen. Sie ist eine Bühne – und das Publikum wechselt täglich.
Entlang der geschwungenen Stege reihen sich Superyachten aneinander, deren Ausmaße an Kreuzfahrtschiffe erinnern. Namen und Flaggen wechseln im Wochentakt, doch die Atmosphäre bleibt konstant: gedämpfte Eleganz, das leise Klirren von Takelage, das Blitzen weißen Fiberglas in der sardischen Mittagssonne. Wer am frühen Abend die Promenade entlangschlendert, erlebt den Hafen in seiner schönsten Stunde – wenn das Licht golden wird und die Terrassen der Restaurants sich füllen.
Der Piazzetta genannte Platz oberhalb der Marina ist das soziale Zentrum des Viertels. Hier treffen sich Bootsbesitzer, Urlauber und Einheimische, kaufen bei den Boutiquen internationaler Luxusmarken ein oder setzen sich in eines der Cafés, um das Treiben zu beobachten. Die Architektur folgt einem mediterranen Stil mit weißen Putzfassaden, Rundbögen und begrünten Terrassen – bewusst entworfen, um organisch in die hügelige Küstenlandschaft zu passen.
Für Wassersportbegeisterte ist die Marina der ideale Ausgangspunkt: Charterboote und Segelschulen bieten Ausflüge zu den vorgelagerten Inseln und Buchten der Costa Smeralda an, darunter die berühmte Cala di Volpe und die Buchten rund um den Golfo Pevero. Wer lieber an Land bleibt, findet in den Gassen rund um die Marina Galerien, Juweliere und Modegeschäfte, die sich nahtlos in das Ambiente einfügen.
Abends verwandelt sich das Viertel: Die Restaurants füllen sich, Musik driftet von den Yachten herüber, und der Hafen leuchtet im Schein unzähliger Lichter. Marina di Porto Cervo ist kein Ort für Ruhe suchende Einsiedler – es ist ein Ort für Menschen, die das Spektakel des Sommers in seiner konzentriertesten Form erleben möchten.

Promenade du Port
Zeitgenössischer Kontrapunkt zum Dorf der 1960er: ein offener Parcours an der Marina mit Concept-Stores, Pop-ups, Galerien und Megayachten vor den Schaufenstern.
Offen gestalteter Parcours direkt an der Marina