
◆ STADT · APULIEN
Gallipoli heißt auf Griechisch Kallípolis – die schöne Stadt – und der Name ist keine Übertreibung. Die Altstadt liegt komplett auf einer Kalksteininsel im Ionischen Meer, mit dem Festland nur durch eine Brücke aus dem 17. Jahrhundert verbunden und von einer Mauerriviera umschlossen, hinter der sich Barockkirchen, Innenhöfe und Wäscheleinen drängen. Am Brückenkopf wacht das Kastell mit seinem runden Rivellino, daneben verkaufen Fischer am Mercato del Pesce Seeigel und die berühmten violetten Gambas. Und wenn die Sonne hinter der Isola di Sant'Andrea ins Meer fällt, leuchtet die ganze Stadtmauer kupferrot – ein Schauspiel, für das allein sich die Reise in den Salento lohnt.

Gallipoli ist alt – die Wurzeln reichen zu den Messapiern und Griechen zurück, die der Stadt ihren Namen gaben: Kallípolis, die schöne Stadt. Ihre große Stunde aber schlug erstaunlich spät: Im 17. und 18. Jahrhundert war Gallipoli einer der wichtigsten Ölhäfen Europas. In unterirdische Mühlen, die frantoi ipogei, stiegen Arbeiter monatelang hinab, um Oliven zu Lampenöl zu pressen – Öl, das in Zisternen unter der Stadt lagerte und die Straßenlaternen europäischer Metropolen speiste. Mit dem Ölgeld wuchsen die Barockfassaden: die Kathedrale Sant'Agata, die Konfraternitätskirchen am Mauerring, die Palazzi der Händler.
Das Erstaunlichste an Gallipoli ist, wie unverstellt dieses Erbe weiterlebt. Die Altstadt auf ihrer Insel ist kein Museum, sondern ein bewohntes Viertel: Morgens landen die Boote am Seno del Canneto ihren Fang an, am Mercato del Pesce neben dem Kastell werden Seeigel aufgebrochen und gamberi viola auf Eis geschichtet, und in den Gassen hängt die Wäsche zwischen Barockportalen. Einmal um die Insel führt die Riviera, eine Promenade auf der alten Stadtmauer – eine halbe Stunde zu Fuß, in der das Meer nie aus dem Blick gerät.
Und dann ist da das andere Gallipoli: die Strände. Südlich der Stadt beginnt mit der Baia Verde der Küstenstrich, der den Ort im Juli und August zur inoffiziellen Sommerhauptstadt des Salento macht – Lidos, Strandbars, lange Nächte. Gleich dahinter wird es wieder still: In den Pinienwäldern des Naturparks Punta Pizzo liegt mit Punta della Suina eine der schönsten Buchten Apuliens. travelperfect empfiehlt die Nebensaison – im Juni und September gehören Meer, Mauern und Fischmarkt fast wieder den Gallipolini.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel
· Sehenswürdigkeiten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Kallípolis – die schöne Stadt
Vom Kastell mit dem runden Rivellino über die Brücke ins Gassenlabyrinth, zur Barockkathedrale Sant'Agata und einmal komplett über die Riviera – die Promenade auf der alten Stadtmauer, von der das Meer nie aus dem Blick gerät. Eine halbe Stunde zu Fuß, die wie eine Bootsfahrt wirkt; am schönsten am späten Nachmittag, wenn das Licht die Mauern wärmt.
Fang des Tages
Gallipoli ist eine der großen Fischküchen Apuliens. Am Mercato del Pesce neben dem Kastell werden morgens Seeigel aufgebrochen und violette Gambas auf Eis geschichtet; abends landen sie als Crudo oder Linguine auf den Tischen von La Puritate und Il Bastione. Dazu probiert man die scapece gallipolina – frittierten Fisch, in Safran-Essig-Marinade eingelegt, eine Spezialität der Stadt.
Strände des Salento
Kaum eine Stadt badet so schön wie Gallipoli: Die kleine Spiaggia della Purità liegt direkt unter den Altstadtmauern, südlich beginnt mit der Baia Verde die Lido-Meile des Salento, und im Pinienwald des Naturparks Punta Pizzo wartet mit Punta della Suina eine der schönsten Buchten Apuliens – türkises Wasser, Felszungen, Pinienduft.
Unter der Stadt
Unter den Palazzi der Altstadt liegt eine zweite, dunkle Stadt: in den Fels gehauene Ölmühlen, in denen bis ins 19. Jahrhundert Lampenöl gepresst wurde – Gallipolis Exportschlager, der einst die Straßenlaternen von Paris und London speiste. Der Besuch eines frantoio ipogeo erklärt, woher das Geld für all den Barock über der Erde kam.
03 · Wann
Gallipoli hat zwei Gesichter: neun Monate Fischerstadt, drei Monate Sommerhauptstadt des Salento. Das ionische Klima ist mild – die Badesaison reicht von Ende Mai bis in den Oktober, der Hochsommer wird heiß und sehr voll. Wer Strände und Altstadt ohne Gedränge will, reist in den Randmonaten; wer die langen Nächte der Baia Verde sucht, kommt im Juli und August – und bucht früh.
04 · Häufige Fragen
Mai bis Juni und September bis Oktober sind ideal: warmes Meer, freie Strände und milde Abende, ohne dass die Stadt überläuft. Im Juli und August ist Gallipoli das Sommerziel des Salento – die Strände der Baia Verde und die Unterkünfte sind dann voll, das Nachtleben auf seinem Höhepunkt. Wer diese Energie sucht, bucht Monate im Voraus; wer Ruhe will, weicht in die Randmonate aus.
Für Altstadt-Insel, Fischmarkt und einen Strandtag reichen zwei bis drei Tage. Gallipoli eignet sich aber hervorragend als Basis für den westlichen Salento: Lecce, Otranto und die Strände um Punta Pizzo und Porto Selvaggio liegen alle in Tagesausflugsdistanz – dann lohnt sich eine knappe Woche.
Am einfachsten über Brindisi (Flughafen) oder Lecce: Von Lecce fahren die Züge der Ferrovie del Sud Est in etwa ein bis anderthalb Stunden nach Gallipoli, im Sommer ergänzt um zusätzliche Bus- und Bahnangebote für den Salento. Vor Ort ist die Altstadt komplett zu Fuß erschlossen; zu den Stränden der Baia Verde verkehren in der Saison Shuttlebusse.
Direkt in der Stadt badet man an der kleinen Spiaggia della Purità unterhalb der Altstadtmauern – einzigartig gelegen, aber schnell voll. Südlich beginnt die Baia Verde mit hellem Sand, flachem Wasser und Lidos. Am schönsten ist Punta della Suina im Pinienwald des Naturparks Punta Pizzo, ein paar Kilometer weiter südlich: türkises Wasser zwischen Felszungen und Sandbuchten.
Fisch, in jeder Form: rohe gamberi viola (violette Gambas), Linguine mit Seeigeln, gegrillten Tagesfang vom Mercato del Pesce. Die Spezialität der Stadt ist die scapece gallipolina – kleiner frittierter Fisch, der in einer Marinade aus Essig, Safran und Semmelbröseln eingelegt wird und früher die Seeleute auf langen Fahrten verpflegte. Dazu passt ein kühler Negroamaro-Rosato aus dem Salento.
Ja – gerade dann zeigt die Stadt ihr eigentliches Gesicht. Im Herbst und Winter gehört die Altstadt-Insel wieder den Fischern, das Licht ist klar, der Markt unverstellt, und die Riviera-Promenade hat man fast für sich. Man sollte nur wissen, dass viele Lidos und ein Teil der Restaurants zwischen November und März schließen.
05 · In der Nähe
Sag uns, worauf du Lust hast — wir planen deine Tage in Gallipoli und an den Stränden des Salento.
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