Eine Stadt, die dem Meer den Ellbogen reicht griechische Gründung, römischer Flottenhafen und das Tor der Marken zur Adria
Den Namen verdankt Ancona der Geografie: Griechische Siedler aus Syrakus gründeten die Stadt im 4. Jahrhundert v. Chr. auf einer hakenförmigen Landzunge und nannten sie nach dem griechischen Wort für Ellbogen – ankón. Diese Kurve schützt bis heute den einzigen großen Naturhafen der mittleren Adria, und sie macht Ancona zu jenem Sonderfall, an dem man am selben Ort Sonnenauf- und -untergang über dem Meer erleben kann. Die Römer bauten den Hafen zum Flottenstützpunkt aus; als Kaiser Trajan ihn um 115 n. Chr. erweitern ließ, setzten ihm Senat und Volk den marmornen Triumphbogen, der noch immer schlank und weiß am Molo steht.
Über der Stadt, auf dem Gipfel des Monte Guasco, wo einst der Tempel der Aphrodite stand, erhebt sich die Cattedrale di San Ciriaco – ein romanisch-byzantinischer Bau aus hellem Conero-Kalkstein mit einer der schönsten Vorhallen der Region und einem Blick, der bei klarer Sicht bis zu den dalmatinischen Bergen reicht. Unten, am Wasser, erzählt die Mole Vanvitelliana von Anconas Rolle als Seehandelsplatz: Der Architekt Luigi Vanvitelli legte die künstliche Fünfeck-Insel im 18. Jahrhundert als Quarantänestation an; heute ist das „Lazzaretto“ Bühne für Sommerfestivals und Ausstellungen.
Das moderne Ancona ist eine Arbeitsstadt mit Seele: Werften, Fischkutter und die großen Fähren prägen den Hafen, während sich in den Gassen der Altstadt zwischen Markthalle und Piazza del Plebiscito das ruhige Leben der Marchigiani abspielt. Wer Ancona richtig erlebt, isst stoccafisso all'anconitana, lässt sich am Passetto die in den Fels gehauenen Bootsgrotten zeigen und fährt für einen Tag zum Monte Conero, dessen weiße Felswände direkt ins Meer abstürzen. travelperfect empfiehlt, die Stadt nicht nur als Fährhafen abzuhaken, sondern ihr mindestens einen vollen Tag zu schenken – und einen zweiten der Conero-Küste.
