
◆ STADT · MARKEN
Ancona ist die Stadt, an der die italienische Ostküste eine Kehrtwende macht: Der Hafen öffnet sich nach Nordosten, und so lässt sich hier – einzigartig an der Adria – die Sonne am Morgen aus dem Meer steigen und am Abend wieder im Wasser versinken sehen. Über dem Gewimmel der Fähren nach Kroatien und Griechenland steht auf dem Monte Guasco die romanische Cattedrale di San Ciriaco, an den Kais hat der weiße Trajansbogen zwei Jahrtausende überdauert, und im Hafenbecken liegt die fünfeckige Lazarettinsel Mole Vanvitelliana wie ein steinernes Schiff vor Anker. Wer am südlichen Stadtrand ankommt, steht plötzlich über den Felsbuchten des Passetto, und nur ein paar Kilometer weiter fällt der grüne Monte Conero in die türkise Baia di Portonovo. Ancona ist Hafen, Antike und Badeort in einem – und bleibt dabei angenehm unprätentiös.

Den Namen verdankt Ancona der Geografie: Griechische Siedler aus Syrakus gründeten die Stadt im 4. Jahrhundert v. Chr. auf einer hakenförmigen Landzunge und nannten sie nach dem griechischen Wort für Ellbogen – ankón. Diese Kurve schützt bis heute den einzigen großen Naturhafen der mittleren Adria, und sie macht Ancona zu jenem Sonderfall, an dem man am selben Ort Sonnenauf- und -untergang über dem Meer erleben kann. Die Römer bauten den Hafen zum Flottenstützpunkt aus; als Kaiser Trajan ihn um 115 n. Chr. erweitern ließ, setzten ihm Senat und Volk den marmornen Triumphbogen, der noch immer schlank und weiß am Molo steht.
Über der Stadt, auf dem Gipfel des Monte Guasco, wo einst der Tempel der Aphrodite stand, erhebt sich die Cattedrale di San Ciriaco – ein romanisch-byzantinischer Bau aus hellem Conero-Kalkstein mit einer der schönsten Vorhallen der Region und einem Blick, der bei klarer Sicht bis zu den dalmatinischen Bergen reicht. Unten, am Wasser, erzählt die Mole Vanvitelliana von Anconas Rolle als Seehandelsplatz: Der Architekt Luigi Vanvitelli legte die künstliche Fünfeck-Insel im 18. Jahrhundert als Quarantänestation an; heute ist das „Lazzaretto“ Bühne für Sommerfestivals und Ausstellungen.
Das moderne Ancona ist eine Arbeitsstadt mit Seele: Werften, Fischkutter und die großen Fähren prägen den Hafen, während sich in den Gassen der Altstadt zwischen Markthalle und Piazza del Plebiscito das ruhige Leben der Marchigiani abspielt. Wer Ancona richtig erlebt, isst stoccafisso all'anconitana, lässt sich am Passetto die in den Fels gehauenen Bootsgrotten zeigen und fährt für einen Tag zum Monte Conero, dessen weiße Felswände direkt ins Meer abstürzen. travelperfect empfiehlt, die Stadt nicht nur als Fährhafen abzuhaken, sondern ihr mindestens einen vollen Tag zu schenken – und einen zweiten der Conero-Küste.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel




· Sehenswürdigkeiten
· Aktivitäten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Antike & Hafen
Der Spaziergang am alten Hafen verbindet Anconas maritime Geschichte: Der schlanke marmorne Trajansbogen markiert das römische Tor zur Adriaflotte, ein paar Schritte weiter steht der barocke Arco Clementino, und im Hafenbecken liegt die fünfeckige Mole Vanvitelliana – die einstige Quarantäneinsel, heute Festival- und Ausstellungsort. Wer mag, schließt die Pinacoteca Civica mit ihren Tizian- und Lotto-Tafeln an.
Dom & Oberstadt
Über Treppen und Gassen geht es zur Cattedrale di San Ciriaco hinauf, die auf den Fundamenten eines antiken Aphrodite-Tempels steht. Vom Vorplatz reicht der Blick über Hafen, Stadt und Adria. Auf dem Weg liegen das Museo Archeologico Nazionale delle Marche im Palazzo Ferretti mit seinen Picener-Funden und die romanische Santa Maria della Piazza mit ihrem feingliedrigen Reliefportal.
Felsen & Bademeer
Am südlichen Stadtrand fällt das Land am Passetto in weiße Felsen ab. Über dem Strand steht das Monumento ai Caduti, und eine lange Treppe führt zu den grotte – in den Fels gehauenen, bunt bemalten Bootsgrotten, die Anconitaner seit Generationen als Sommerunterstand nutzen. Das Wasser ist hier glasklar, der Sonnenaufgang über dem Meer legendär.
Conero & Genuss
Nur wenige Kilometer südlich stürzt der grüne Monte Conero in die Adria. In der Baia di Portonovo liegen eine napoleonische Festung, die romanische Kirche Santa Maria di Portonovo und die berühmten moscioli – wilde Miesmuscheln, die nur hier wachsen. Im Hinterland reifen die Trauben für den kräftigen Rotwein Rosso Conero, den man am besten direkt in den Weingütern verkostet.
03 · Wann
Ancona hat ein mildes adriatisches Klima: Die Sommer sind warm, aber von der Seebrise gekühlt, die Winter bleiben mild, mit gelegentlichem Wind von der See. Wer baden und die Conero-Buchten genießen will, kommt im Frühsommer oder September; für die Stadt, die Museen und die Antike eignet sich praktisch das ganze Jahr.
04 · Häufige Fragen
Für eine Kombination aus Stadt und Baden sind Mai/Juni und September ideal: warmes Adriawasser, milde Temperaturen und die Conero-Buchten noch ohne Hochsommerandrang. Wer nur die Stadt, den Dom und die Museen sehen möchte, kann praktisch das ganze Jahr kommen – Ancona hat ein mildes Klima und ist auch im Winter selten überlaufen.
Für die Stadt selbst – Trajansbogen, Cattedrale di San Ciriaco, Mole Vanvitelliana, Markthalle und Passetto – reicht ein voller Tag. Wer die Conero-Küste mit Portonovo und Sirolo, eine Bootstour oder eine Rosso-Conero-Verkostung einplant, sollte zwei bis drei Tage bleiben. Als Basis lässt sich Ancona auch gut mit Ausflügen nach Urbino oder Loreto verbinden.
Der Flughafen Ancona-Falconara (AOI) liegt rund 18 km westlich der Stadt und ist per Zug (Haltepunkt Castelferretti) oder Bus mit dem Zentrum verbunden. Der Hauptbahnhof Ancona Centrale liegt etwas außerhalb der Altstadt; Stadtbusse und Taxis bringen dich in wenigen Minuten zum Hafen und ins historische Zentrum rund um die Piazza del Plebiscito.
Sehr. Der Monte Conero ist die einzige nennenswerte Steilküste der mittleren Adria: weiße Felswände, türkises Wasser und mediterrane Macchia. Die Baia di Portonovo mit ihrer napoleonischen Festung und der romanischen Kirche Santa Maria di Portonovo ist der bekannteste Badeplatz, dazu kommen die Buchten bei Sirolo. Im Sommer fährt man die Strände am besten früh oder per Shuttle/Boot an, da die Parkplätze begrenzt sind.
Die Stadtspezialität ist stoccafisso all'anconitana – Stockfisch, langsam mit Tomaten, Kartoffeln und Oliven geschmort. Dazu gehören der brodetto all'anconitana (eine kräftige Fischsuppe mit mehreren Fischsorten) und die moscioli, wilde Miesmuscheln aus der Conero-Bucht. Begleitet wird das alles vom kräftigen Rosso Conero oder dem frischen Verdicchio aus dem Hinterland.
Viele Reisende kennen Ancona nur als Abfahrtshafen nach Kroatien oder Griechenland – dabei lohnt die Stadt für sich. Der römische Trajansbogen, der Dom auf dem Monte Guasco, die Lazarettinsel Mole Vanvitelliana und der Passetto mit seinen Felsgrotten lassen sich in einem entspannten Tag entdecken, bevor es weiter an die Conero-Küste oder aufs Schiff geht.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Ancona und an der Conero-Küste.
Karte