Die Chiesa di San Giovenale steht am westlichen Rand des Tuffsteinfelsens, am Saum des alten mittelalterlichen Viertels, und gehört zu den ältesten Kirchen Orvietos. Der schlichte romanische Bau wurde im frühen 11. Jahrhundert errichtet und im Lauf der folgenden Jahrhunderte mehrfach erweitert und umgestaltet. Die nüchterne Steinfassade verrät wenig von dem, was sich im Inneren verbirgt.
Im Innenraum bedecken verblasste mittelalterliche Fresken aus mehreren Jahrhunderten die Wände und Pfeiler. Sie zeigen Heiligendarstellungen, Szenen aus dem Leben Christi und votive Bilder, die über lange Zeit hinweg von unterschiedlichen Händen geschaffen wurden. Diese Schichtung macht die Kirche zu einem stillen Dokument der frommen Bildkultur des mittelalterlichen Orvieto, fernab der prunkvollen Ausstattung des Doms.
Der Ort liegt abseits der Hauptwege und strahlt eine Ruhe aus, die im Kontrast zum Trubel rund um den Domplatz steht. Von der nahen Brüstung am Felsrand reicht der Blick weit über die umbrische Ebene und die sanften Hügel hinaus. Gerade diese Verbindung aus alter Kirche, weitem Ausblick und Abgeschiedenheit macht San Giovenale zu einem lohnenden Ziel für alle, die das ruhigere Gesicht der Stadt suchen.
Der Eintritt ist frei. Ein Besuch lässt sich gut mit einem Spaziergang durch das alte Westviertel und entlang der Felskante verbinden, etwa als Teil eines Weges Richtung Pozzo della Cava oder hinunter zum Rundweg Anello della Rupe. Da es sich um einen aktiven Sakralraum handelt, ist um angemessene Kleidung und Ruhe gebeten.