Der Pozzo della Cava liegt in der Via della Cava im mittelalterlichen Viertel Orvietos und bildet das Zentrum eines weitläufigen unterirdischen Komplexes. Der etruskische Brunnen wurde erst in den 1980er-Jahren wiederentdeckt und für Besucher zugänglich gemacht. Damit zählt er zu den jüngeren Entdeckungen des verborgenen Orvieto, jener unterirdischen Stadt, die den gesamten Tuffsteinfelsen durchzieht.
Der Rundgang führt durch neun miteinander verbundene Höhlen, die über die Jahrhunderte unterschiedlichen Zwecken dienten. Zu sehen sind Keramiköfen, in denen einst die für Orvieto typische Töpferware gebrannt wurde, sowie Zisternen, Lagerräume und Spuren mittelalterlichen Alltagslebens. Diese Mischung aus etruskischen, mittelalterlichen und neuzeitlichen Schichten macht den Ort zu einem konzentrierten Querschnitt durch die Geschichte der Stadt unter Tage.
Anders als die großen Monumente liegt der Pozzo della Cava mitten in einem bewohnten Wohnviertel. Über dem Eingang führt ein gewöhnlicher Straßenzug weiter, während sich unter den Häusern die Höhlenwelt auftut. Gerade dieser Kontrast vermittelt das unterirdische Orvieto besonders unmittelbar: Die verborgene Stadt ist hier kein abgeschiedenes Museum, sondern ein direkter Teil des bewohnten Quartiers.
Der Besuch eignet sich gut als Ergänzung zu den geführten Touren von Orvieto Underground und lässt sich mit einem Bummel durch das ruhige Cava-Viertel verbinden. Anders als bei den geführten Touren kann man den Pozzo della Cava in eigenem Tempo erkunden. Für den Zutritt ist ein Ticket erforderlich; wegen der teils engen und feuchten Gänge sind festes Schuhwerk und eine leichte Jacke ratsam.