Die Nekropole Crocifisso del Tufo liegt am Fuß der Nordwand Orvietos und zählt zu den eindrucksvollsten etruskischen Gräberfeldern Italiens. Bereits im 6. Jahrhundert vor Christus legten die Etrusker hier eine streng geordnete Totenstadt an. Der Name verweist auf ein im Tuffstein eingehauenes Kruzifix, das der Stätte später ihren Namen gab. Die Anlage folgt einem regelmäßigen Raster: würfelförmige Kammergräber aus Tuffquadern stehen entlang schmaler Gassen, die sich rechtwinklig kreuzen – fast wie die Straßen eines kleinen Stadtviertels. Diese rationale Ordnung gibt einen seltenen Einblick in das städtische Denken der Etrusker, das sich hier auf die Welt der Toten überträgt. Jedes Grab beherbergte eine Familie und enthielt eine steinerne Grabkammer. Besonders bemerkenswert sind die Inschriften über vielen Türstürzen: In den Stein gemeißelt finden sich die Namen der Bestatteten, oft mit Hinweis auf ihre Herkunft. Da von den Etruskern nur wenig Schriftliches überliefert ist, bilden diese Namen ein außergewöhnlich unmittelbares Zeugnis einer sonst schwer fassbaren Kultur. Sie belegen zugleich, dass in Orvieto Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenlebten. Die Grabbeigaben – Keramik, Bronzen und Schmuck – sind heute in den archäologischen Museen der Stadt zu sehen, darunter das Museo Claudio Faina am Domplatz. Für den Besuch der Nekropole ist ein Ticket erforderlich. Sie liegt etwas außerhalb der Altstadt am Fuß des Felsens und lässt sich gut zu Fuß oder mit dem Auto erreichen; festes Schuhwerk ist auf dem teils unebenen Gelände ratsam.
Du gehst durch ein rechtwinkliges Netz schmaler Gassen, gesäumt von würfelförmigen Kammergräbern aus Tuffstein. Über vielen Türstürzen sind die Namen der Bestatteten eingemeißelt. Die strenge Ordnung der Totenstadt vermittelt das städtische Denken der Etrusker. Plane rund 30 bis 45 Minuten ein.
Die Etrusker legten die Nekropole bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. als streng geordnete Totenstadt an. Der Name geht auf ein später in den Tuffstein gehauenes Kruzifix zurück. Die Namensinschriften belegen, dass in Orvieto Menschen unterschiedlicher Herkunft lebten.
