Im 3. Jahrhundert vor Christus schlugen die Griechen das Theater in den Felshang des Monte Tauro, hoch über der Küste. Die Römer bauten die Anlage später für ihre eigenen Spektakel um – aus dem griechischen Theatron wurde eine Arena mit Backsteinbögen und Säulen. Geblieben ist eine der eindrucksvollsten Kulissen der antiken Welt: Durch die Lücke der ruinösen Bühnenmauer fällt der Blick auf den rauchenden Ätna und das Ionische Meer, sodass die Landschaft selbst zum Bühnenbild wird. Nach dem Theater von Syrakus ist es das zweitgrößte antike Theater Siziliens. Das halbrunde Auditorium fasste einst mehrere Tausend Zuschauer; die heute sichtbare Form mit der hohen scaenae frons aus römischer Zeit prägt das Bild, das seit der Grand Tour Maler und Reisende nach Taormina lockte. Otto Geleng und andere Künstler hielten genau diesen Ausblick fest und machten ihn in ganz Europa bekannt. Im Sommer wird das Theater bespielt: Konzerte, Opern und das Filmfestival Taormina Arte verwandeln die antike Kulisse in eine lebendige Bühne. Tickets für die Besichtigung sind erforderlich, der Zugang liegt am oberen Ende der Via del Teatro Greco, wenige Gehminuten vom Corso Umberto. Wer das Halbrund fast für sich allein haben will, kommt früh am Morgen direkt zur Öffnung oder am späten Nachmittag, wenn die Tagesgruppen abgereist sind und das Licht über dem Ätna golden wird. Festes Schuhwerk hilft auf den unebenen antiken Stufen.
Ein halbrundes antikes Auditorium, das sich an den Hang schmiegt, mit Resten der römischen Bühnenwand aus Backstein. Das eigentliche Spektakel ist der Rahmen: Durch die Lücken der Mauer blickt man auf den Ätna und die Küste. Rundgang über antike Stufen und durch die Ränge, dazu erklärende Tafeln zur Bau- und Nutzungsgeschichte.
Gegründet von den Griechen im 3. Jahrhundert v. Chr., wurde das Theater in römischer Zeit grundlegend umgebaut und für Gladiatoren- und Theaterspektakel erweitert; aus dieser Phase stammen die markanten Backsteinbögen. Über Jahrhunderte verfiel die Anlage, bevor sie ab dem 18. und 19. Jahrhundert von Reisenden der Grand Tour wiederentdeckt und von Malern wie Otto Geleng in ganz Europa berühmt gemacht wurde.
