
◆ STADT · KANAREN
Ganz im Südwesten von Gran Canaria, dort wo der Barranco de Mogán steil zum Atlantik hin ausläuft, liegt ein Hafendorf, das man im ersten Moment für eine Kulisse halten könnte. Schmale Kanäle ziehen sich unter steinernen Brücken hindurch, weiß gekalkte Häuser mit blau und gelb gerahmten Fenstern stapeln sich die Hänge hinauf, und über jedem Treppenaufgang quillt Bougainvillea in Pink und Violett. Man nennt Puerto de Mogán das Venedig des Südens, doch das wird ihm kaum gerecht: Es ist zugleich noch immer ein arbeitender Fischereihafen, ein eleganter Yachthafen und ein Dorf, in dem Reisende langsam werden, weil hier ohnehin niemand in Eile ist.

Lange war Mogán nur ein abgelegener Winkel am Ende eines fruchtbaren Tals, in dem Avocados, Mangos und Papayas reiften und die Fischer ihre Boote am offenen Strand vertäuten. Das änderte sich in den 1980er-Jahren, als an der Mündung des Barranco ein ungewöhnliches Projekt entstand: Dem Atlantik wurde Land abgerungen, um einen geschützten Fischerei- und Yachthafen anzulegen, der 1988 fertiggestellt wurde. Statt der Beton-Hochhäuser, die zur selben Zeit weiter östlich an der Costa entstanden, wuchs hier ein niedriges, weiß getünchtes Dorf mit Kanälen, das bewusst an mediterrane Hafenorte erinnern sollte.
Der entscheidende Unterschied zu seinen Nachbarn liegt im Maßhalten. Strenge Bauvorschriften begrenzen die Häuser auf zwei Stockwerke, und so blieb Puerto de Mogán überschaubar, fußläufig und menschlich im Maßstab. Die Kanäle, die heute jedes Urlaubsfoto bevölkern, waren ursprünglich praktisch gedacht und verbanden den Yachthafen mit dem Fischereihafen. Mit der Zeit wurden sie zum Markenzeichen, und die kleinen Brücken, über die man von einer Gasse zur nächsten balanciert, gaben dem Ort seinen liebevollen Beinamen.
Was bleibt, ist eine seltene Doppelnatur. Morgens laufen die Fischer der Cofradía noch immer mit ihrem Fang ein, abends spiegeln sich die Mastlichter der Segelyachten im stillen Hafenbecken. Wer am späten Nachmittag durch die blumengesäumten Gassen schlendert, wenn die Tagesausflügler längst per Fähre zurück nach Puerto Rico geschippert sind, erlebt das Dorf so, wie es die wenigen kennen, die bleiben: leise, golden ausgeleuchtet und ganz bei sich.
01 · Auf einen Blick
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02 · Was tun
Zu Fuß
Ein langsamer Spaziergang durch das alte Dorf: über die kleinen Steinbrücken, durch die blumenüberwucherten Gassen mit ihren blau-gelb gerahmten Fenstern, hinunter zum Fischereihafen, wo die Boote der Cofradía liegen. Am späten Nachmittag, wenn das Licht warm wird und die Fähren abgelegt haben, gehört der Ort fast den Spaziergängern allein.
Auf dem Wasser
Vor dem Hafen liegen zwei versenkte Fischkutter, die Cermona und der Pecio Viejo, in rund zwanzig Metern Tiefe und bilden heute ein lebendiges Riff. Wer nicht tauchen mag, steigt ins gelbe Touristen-U-Boot oder nimmt die Glasboden-Fähre der Lineas Salmon, die im Pendelverkehr Puerto Rico, Anfi del Mar und Arguineguín verbindet.
Ins Hinterland
Hinter dem Dorf öffnet sich der Barranco de Mogán, ein erstaunlich grünes Tal, in dem Avocados, Mangos und Papayas gedeihen. Eine kurvige Straße führt hinauf ins Bergdorf Mogán selbst, vorbei an Terrassengärten und Stauseen, mit weiten Blicken zurück auf die zerklüftete Südküste.
03 · Wann
Puerto de Mogán liegt im trockenen, sonnenverwöhnten Südwesten Gran Canarias, geschützt vom Tal hinter ihm. Das Klima ist subtropisch-halbtrocken, Regen fällt mit kaum 170 Millimetern im Jahr äußerst selten, und die Temperaturen schwanken erstaunlich wenig. Die Frage ist deshalb weniger ob, sondern eher wofür man reist.
04 · Häufige Fragen
Der Beiname stammt von den schmalen Kanälen, die den Yachthafen mit dem Fischereihafen verbinden und von kleinen Steinbrücken überspannt werden. Zusammen mit den weiß gekalkten, blumengeschmückten Häusern erinnert das Dorf an einen mediterranen Lagunenort, daher auch die kanarische Variante Klein-Venedig.
Mit dem Mietwagen oder Transfer sind es über die Autobahn GC-1 Richtung Süden rund 50 Minuten; die Schnellstraße ist inzwischen bis nahe an den Ort ausgebaut. Wer öffentlich reist, nimmt den Linienbus, der mehrmals täglich an der Südküste entlangfährt; die Fahrt dauert etwas länger.
Ja. Die Playa de Mogán ist eine kleine, gut geschützte Bucht direkt neben dem Yachthafen mit aufgeschüttetem goldenem Sand und ruhigem, klarem Wasser. Sie eignet sich besonders für Familien und für entspanntes Baden ohne Brandung.
Frischer Fisch und Meeresfrüchte stehen im Mittelpunkt, viele Restaurants am Hafen beziehen ihren Fang direkt von der örtlichen Fischer-Cofradía. Dazu gehören die kanarischen Klassiker: Papas arrugadas, die runzeligen Salzkartoffeln, serviert mit Mojo rojo und Mojo verde.
Der große Wochenmarkt findet jeden Freitag von etwa 9 bis 14 Uhr statt und zählt zu den größten im Süden Gran Canarias. Es gibt tropische Früchte, Lederwaren, Kleidung, Schmuck und Kunsthandwerk; an diesem Tag ist das Dorf entsprechend belebt.
Vom Hafen starten Glasboden-Fähren und Bootstouren entlang der Südküste nach Puerto Rico, Anfi del Mar und Arguineguín, dazu U-Boot- und Walbeobachtungstouren. Landeinwärts lohnt die Fahrt durch das grüne Tal hinauf ins Bergdorf Mogán.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Puerto de Mogán.
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