
◆ STADT · KANAREN
Puerto de la Cruz ist kein Retortenbadeort, sondern der älteste Ferienort der Kanaren, an die grüne Nordküste Teneriffas geschmiegt. Wo die Passatwolken am Pico del Teide hängen bleiben, gedeihen Bananenstauden und Strelitzien fast bis ans Meer, und schwarzer Lavastrand stößt auf koloniale Holzbalkone. Hier badet man in César Manriques Meerwasserbecken am Lago Martiánez, schlendert über die Plaza del Charco, wo seit Jahrhunderten Lorbeerfeigen Schatten spenden, und isst frischen Fisch im Fischerviertel La Ranilla. Ein Ort, der Baden, Wandern und Kultur so selbstverständlich verbindet wie kaum ein zweiter im Atlantik.

Lange bevor der Süden Teneriffas mit Betonhotels zugebaut wurde, war dieser Ort an der Mündung des Orotava-Tals der Hafen der reichen Weingüter im Hinterland. Aus dem alten Puerto de la Orotava verschifften britische Kaufleute schon im 17. Jahrhundert Malvasier-Wein nach Nordeuropa. Die Casa de la Aduana am Hafenbecken, das einzige erhaltene Zivilgebäude aus dem 17. Jahrhundert in der Altstadt, war bis 1833 Zollamt – ihre rotweiße Fassade markiert noch heute den Punkt, an dem die Geschichte des Ortes begann.
Als die Reblaus die Weinwirtschaft ruinierte, kam die Rettung in Gestalt der ersten Touristen: kränkelnde Briten, die wegen des milden Klimas im Tal überwinterten. 1892 eröffnete am Hang das Grand Hotel Taoro, damals der größte Hotelkomplex Spaniens, und machte Puerto de la Cruz zum Sanatorium und Sehnsuchtsort der europäischen Belle Époque. Schon Alexander von Humboldt hatte das Orotava-Tal 1799 als eines der schönsten der Welt gepriesen – ein Satz, den die Stadt bis heute gern zitiert.
Doch der Ort blieb sich treu. Im Fischerviertel La Ranilla, dessen Name 'das Fröschlein' bedeutet, werden noch immer Boote gewartet und Doraden gegrillt; auf der Plaza del Charco trifft sich abends ganz Puerto unter den alten Bäumen. Als der Massentourismus in den Süden abwanderte, holte der Künstler César Manrique mit dem Lago Martiánez und der Playa Jardín die Badegäste zurück – mit schwarzem Lavasand, tropischen Gärten und Meerwasserbecken statt Strandliegen-Tristesse. So entstand das, was Puerto bis heute ausmacht: ein Badeort mit Seele.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel





· Sehenswürdigkeiten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Baden & Manrique
Der Lago Martiánez, César Manriques Meerwasser-Badelandschaft am Stadtrand, ist das Herz des Badeurlaubs: Becken, Inseln und Terrassen aus schwarzem Vulkangestein direkt an der brandenden Atlantikküste. Westlich davon liegt die Playa Jardín, ebenfalls von Manrique gestaltet, mit schwarzem Lavasand und tropischen Gärten. Wer das Ursprüngliche sucht, wandert zur Playa El Bollullo unter den Bananenfeldern.
Altstadt & Kultur
Die historische Altstadt rund um die Plaza del Charco lässt sich an einem Vormittag erlaufen: das Zollhaus Casa de la Aduana von 1620, die Fischerhäuser von La Ranilla, die Kapelle San Telmo an der Promenade und die Pfarrkirche Nuestra Señora de la Peña de Francia. Abends sitzt man bei Fisch und papas arrugadas in den Gassen, in denen schon vor zweihundert Jahren Wein verschifft wurde.
Gärten & Natur
Der Jardín Botánico, 1788 per Königlichem Erlass von Karl III. als Akklimatisierungsgarten gegründet, versammelt rund 1.500 subtropische Arten – schon Humboldt staunte hier. Vom Parque Taoro reicht der Blick über die Bananenplantagen des Orotava-Tals. Und nur eine Bergstraße weiter beginnen die Lorbeerwälder und am Ende die Mondlandschaft des Teide-Nationalparks.
03 · Wann
Puerto liegt auf der Nordseite Teneriffas, wo die Passatwinde feuchte Atlantikluft an den Teide drücken. Das macht die Umgebung üppig grün, beschert aber auch öfter Wolken als dem trockenen Süden. Ganzjährig mild, ist der Ort nie wirklich heiß und nie kalt – ein Reiseziel ohne echte Nebensaison.
04 · Häufige Fragen
Puerto de la Cruz ist der älteste und traditionsreichste Badeort der Kanaren, gelegen an der grünen Nordküste Teneriffas. Berühmt ist der Ort für die Meerwasser-Badelandschaft Lago Martiánez von César Manrique, die schwarzen Lavasandstrände wie die Playa Jardín, die koloniale Altstadt rund um die Plaza del Charco und den über 230 Jahre alten Botanischen Garten. Er gilt als Wiege des kanarischen Tourismus.
Am schnellsten über den Flughafen Teneriffa-Nord (TFN), nur rund 25 Fahrminuten entfernt; die TITSA-Buslinie 30 verbindet Flughafen und Ort. Vom größeren Flughafen Teneriffa-Süd (TFS) braucht man etwa 1,5 Stunden, am bequemsten mit der Express-Buslinie 343 oder per Mietwagen über die Nordautobahn TF-5.
Der Lago Martiánez ist eine weitläufige Meerwasser-Badelandschaft am Rand der Altstadt, in den 1970er-Jahren vom kanarischen Künstler César Manrique gestaltet. Auf einer großen Fläche aus schwarzem Vulkangestein vereint er Schwimmbecken, künstliche Inseln, Terrassen und Gärten direkt an der oft rauen Atlantikküste – ein Wahrzeichen des Ortes und eine sichere Bade-Alternative zum offenen Meer.
Ja, allerdings ist der Atlantik im Norden oft kräftiger als im Süden. Geschützt badet man im Lago Martiánez und an der teils mit Wellenbrechern gesicherten Playa Jardín mit schwarzem Lavasand. Surfer schätzen die exponierten Abschnitte rund um Punta Brava. Naturstrände wie die Playa El Bollullo unterhalb der Bananenfelder erreicht man zu Fuß.
Dank des milden Klimas ist der Ort ganzjährig bereisbar. Am angenehmsten sind Frühling und Herbst mit warmen, sonnigen Tagen ohne Sommerhitze. Der Sommer ist warm und niederschlagsarm, der Winter mild – Hochsaison für Überwinterer. Wegen der Passatwolken im Norden sollte man mehr Wolken einplanen als im trockenen Süden.
Höhepunkte sind die Cruces de Mayo Ende April bis 3. Mai mit fast 200 blumengeschmückten Kreuzen in der ganzen Stadt sowie die Grandes Fiestas de Julio zu Ehren des Gran Poder de Dios, San Telmo und der Virgen del Carmen. Deren Embarcación Mitte Juli – die Schiffsprozession der Fischer-Schutzpatronin – zieht jährlich Zehntausende an den Hafen.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Puerto de la Cruz.
Karte