
◆ STADT · KANAREN
Am unteren Ende der Halbinsel Jandía, dort wo die längsten Strände Fuerteventuras unter den höchsten Bergen der Insel liegen, drängt sich Morro Jable an einen Hang über dem Atlantik. Aus der Hütte eines aus Kuba heimgekehrten Fischers wurde ein quirliger Ferienort mit kleinem Hafen, einer kilometerlangen Promenade und einem türkis schimmernden Saum aus hellem Sand. Die deutschsprachige Urlauberschaft fühlt sich hier seit Jahrzehnten zu Hause, ohne dass die Altstadtgassen ihren rauen, salzigen Charme verloren hätten.

Die Geschichte beginnt am Ende des 19. Jahrhunderts mit einem einzelnen Mann. Cirilo López Umpiérrez, vor dem Krieg auf Kuba zurückgekehrt, baute sich am Ausgang des Barranco del Ciervo eine schlichte Behausung direkt am Strand. Nach und nach folgten Familien aus dem abgelegenen Cofete, aus dem Norden Fuerteventuras und von Lanzarote. Wer hier lebte, lebte vom Meer, von kargen Feldern und von der zähen majorera-Ziege, deren Milch bis heute den preisgekrönten Queso Majorero ergibt. Aus dieser Handvoll Hütten am trockenen Tal wuchs der Ort, den man heute Morro Jable nennt.
Lange blieb der Süden das vergessene Ende der Insel. Erst die Erschließung der Halbinsel Jandía und der endlose, fast karibisch wirkende Strand machten aus dem Fischerdorf einen der gefragtesten Ferienorte der Kanaren. Der kleine Hafen hinter dem Hügel erzählt noch von beidem: Hier liegen die Boote der Restaurant-Cofradía neben den schnellen Fähren nach Gran Canaria, hier mischen sich Fischgeruch und Sonnencreme. In den engen Gassen der Altstadt, weg von der Promenade, stehen niedrige weiße Häuser, kleine Plätze und Bars, in denen der Cortado noch unter einem Euro kostet.
Heute trägt Morro Jable zwei Gesichter. Das eine ist das des Massenstrands mit Sonnenschirmreihen, Robinson-Club und der Wassersportstation am Matorral. Das andere ist das raue, ursprüngliche Jandía: die windgepeitschte Wildküste von Cofete hinter dem Bergkamm, die geheimnisumwitterte Villa Winter, der einsame Leuchtturm an der Punta de Jandía am südwestlichsten Zipfel der Insel. Wer beide Seiten kennt, versteht, warum so viele Gäste Jahr für Jahr wiederkommen.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel



· Sehenswürdigkeiten
· Hotels
· Restaurants
· Aktivitäten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Strand & Promenade
Vom Hafen führt die Promenade rund vier Kilometer am Playa del Matorral entlang bis zum schlanken Faro del Matorral. Bei Ebbe legt das Meer flache Lagunen frei, in denen Kinder waten; dahinter liegen die Saladar-Salzwiesen unter Naturschutz. Strandbar, Liegen, Sonnenschirm und ein Cortado mit Atlantikblick zum Ausklang.
Wildküste
Über eine ruppige Piste hinter dem Bergkamm erreicht man Cofete: einen menschenleeren, von Brandung und Strömung beherrschten Strand vor gewaltiger Bergkulisse. Oberhalb thront die rätselhafte Villa Winter von 1946. Wer weiterfährt, steht am Leuchtturm der Punta de Jandía, dem südwestlichsten Punkt der Insel. Baden ist hier tabu, Staunen Pflicht.
Gipfel & Weitblick
Der markierte Weg PR FV 54 startet am Ortsrand und führt in mehreren Stunden hinauf zum höchsten Punkt Fuerteventuras. Oben öffnet sich der spektakuläre Tiefblick auf die Bucht von Cofete und das halbe Jandía-Massiv. Früh starten, viel Wasser einpacken, festes Schuhwerk tragen - der Pfad ist lang und schattenlos.
Hafen & Meer
Am kleinen Hafen starten die Katamaran-Touren zu Delfinen und Walen, die hier mit hoher Trefferquote vor der Küste auftauchen. Direkt daneben serviert die Cofradía der Fischer den frischen Fang des Tages. Von demselben Kai legt auch die Schnellfähre nach Gran Canaria ab - ein Tagesausflug, der das Inselbild zurechtrückt.
03 · Wann
Im Süden Fuerteventuras herrscht ganzjährig mildes, sonnenverwöhntes Klima mit erstaunlich geringen Schwankungen. Selbst im Winter klettert das Thermometer tagsüber meist auf rund zwanzig Grad, im Hochsommer wird es selten drückend - dafür sorgt der stete Passatwind, der im Juli am kräftigsten weht.
04 · Häufige Fragen
Morro Jable liegt an der Südspitze Fuerteventuras auf der Halbinsel Jandía, in der Gemeinde Pájara. Der Inselflughafen (FUE) liegt rund 85 Kilometer nördlich; vom Hafen verkehrt zudem eine Schnellfähre, die Las Palmas auf Gran Canaria in etwa zwei Stunden erreicht.
Der Playa del Matorral ist ein rund vier Kilometer langer, heller und feinsandiger Strand mit ruhigem, flach abfallendem Wasser - familienfreundlich und mit voller Infrastruktur aus Liegen, Schirmen und Strandbars. An seinem Ende steht mit dem 62 Meter hohen Faro del Matorral der höchste Leuchtturm der Insel.
Unbedingt, aber mit Respekt. Cofete ist ein menschenleerer Wildstrand vor gewaltiger Bergkulisse hinter dem Jandía-Kamm. Wegen starker Brandung und Strömung ist Baden gefährlich; der Reiz liegt in langen Strandspaziergängen, der einsamen Natur und der nahen, geheimnisumwobenen Villa Winter von 1946. Die Anfahrt erfolgt über eine ruppige Piste.
Ja. Vom kleinen Hafen starten Katamaran- und Bootstouren, die vor der Südküste mit hoher Trefferquote auf Delfine treffen - meist Große Tümmler, Streifen- und Gemeine Delfine. Viele Touren beinhalten einen Badestopp und Getränke an Bord.
Den frischen Fisch des Tages, am authentischsten in der Cofradía am Hafen. Dazu gehören papas arrugadas mit grünem und scharfem mojo, der mit Ursprungsbezeichnung geschützte Queso Majorero aus Ziegenmilch und das geröstete gofio-Mehl - das Urgetreide der Kanaren.
Jandía ist seit Jahrzehnten eine deutschsprachige Hochburg: zuverlässiges Klima das ganze Jahr, ein langer, sicherer Familienstrand, gute Versorgung mit deutschsprachiger Infrastruktur und kurze Wege vom Flughafen. Wer mag, kombiniert den bequemen Badeurlaub mit der wilden Natur des Südens.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Morro Jable / Jandía.
Karte