Trapani liegt auf einer schmalen, sichelförmigen Landzunge zwischen zwei Meeren – die Griechen nannten die Stadt Drepanon, die Sichel. Bis heute bestimmt das Wasser ihren Rhythmus. Im Süden schimmern die Salzgärten der Saline di Trapani e Paceco zwischen alten Windmühlen, und wenn die Abendsonne tief steht, färben sich die flachen Becken rosa. Am Hafen legen die Tragflächenboote zu den Egadi-Inseln ab, deren klares Wasser nur eine kurze Überfahrt entfernt liegt.
In den Gassen der Altstadt lebt das arabische Erbe der Stadt selbstverständlich weiter. Hier duftet es nach Couscous, der in Trapani traditionell mit Fischbrühe serviert wird – ein Gericht, das die Lage zwischen Sizilien und Nordafrika auf den Teller bringt. Barocke Kirchen, ein langer Corso und kleine Plätze gliedern den historischen Kern, der sich bis zur äußersten Spitze der Landzunge zieht, wo die Torre di Ligny steht. Von dort aus erlebt man einen der stimmungsvollsten Sonnenuntergänge Siziliens, wenn das Licht über das offene Meer fällt.
Über allem wacht der Berg von Erice. Eine Seilbahn überwindet die Höhe in rund zehn Minuten und bringt Besucher in das mittelalterliche Bergstädtchen mit seinen gepflasterten Gassen, Burgresten und der berühmten Aussicht – an klaren Tagen reicht der Blick bis zu den Inseln und der Küste. Diese Nähe macht Trapani zu einem idealen Ausgangspunkt, um den Westen Siziliens zu erkunden.
Trapani ist kein herausgeputztes Postkartenziel, sondern eine echte Hafenstadt mit ehrlicher Küche, Salinen, die noch arbeiten, und einer Lage, die Geschichte und Geografie zusammenführt. Wer das authentische, weniger überlaufene Sizilien sucht, findet hier eine Stadt, die ihren maritimen Charakter nie verloren hat.