Im ehemaligen Karmeliterkloster neben dem Santuario dell'Annunziata bewahrt das Museo Regionale Agostino Pepoli, womit Trapani einst europaweit berühmt war: filigrane Schnitzereien aus roter Mittelmeerkoralle, dazu Goldschmiede- und Silberarbeiten. Diese Korallenkunst des 17. Jahrhunderts schmückte Altäre und Kabinette an den Höfen Europas – in dieser Dichte und Qualität sieht man sie nur hier.
Das Museum ist jedoch mehr als eine Korallensammlung. Zu sehen sind Skulpturen aus der Werkstatt der Gagini, der einflussreichen sizilianischen Bildhauerfamilie, Gemälde verschiedener Epochen und kunstvolle Krippenszenen, die das reiche Kunsthandwerk der Region zeigen. Die Sammlung spannt damit einen weiten Bogen über die angewandte Kunst Westsiziliens und macht das Museo Pepoli zu einem der bedeutendsten Häuser seiner Art auf der Insel.
Der Ort selbst trägt zum Erlebnis bei. Das ehemalige Kloster mit seinen Räumen und Höfen bildet einen passenden Rahmen für die Ausstellung, und die Nähe zum benachbarten Heiligtum verbindet sakrale Geschichte und Kunsthandwerk an einem Platz. Wer durch die Säle geht, bekommt zugleich ein Gefühl für die klösterliche Vergangenheit des Gebäudes.
Die Lage neben dem Santuario macht den Besuch besonders praktisch: Man kann beide an einem Halbtag verbinden – erst die Madonna di Trapani im Heiligtum, dann die Korallen und Skulpturen im Museum. Das Museo Pepoli liegt etwas außerhalb des historischen Zentrums; für den Eintritt ist ein Ticket erforderlich. Wer sich für Kunsthandwerk, sizilianische Bildhauerei und die einstige Bedeutung Trapanis als Zentrum der Korallenkunst interessiert, sollte dieses Museum einplanen.