Wo die schmale Landzunge von Trapani im Meer ausläuft, steht seit 1671 die Torre di Ligny. Der wuchtige Wachtturm stammt aus der spanischen Epoche Siziliens und wurde unter dem Vizekönig errichtet, dessen Namen er bis heute trägt. Er gehörte zu einem Netz von Küstentürmen, die vor Angriffen von See warnen sollten, und besetzt eine der markantesten Lagen der Stadt: an der äußersten Spitze, weit ins Wasser vorgeschoben.
Im Inneren beherbergt der Turm ein kleines städtisches Museum. Gezeigt werden prähistorische Funde sowie Objekte aus dem Meer rund um Trapani – Zeugnisse einer Region, in der Land und Wasser seit jeher eng verbunden sind. Die Sammlung ist überschaubar und eher etwas für Besucher mit Interesse an lokaler Archäologie. Der eigentliche Magnet ist jedoch der Ort selbst und die Lage des Turms.
Rund um die Torre di Ligny treffen das Tyrrhenische Meer und der Kanal von Sizilien aufeinander. Auf den Felsen ringsum hat man freien Blick in alle Richtungen: hinaus auf die Egadi-Inseln, zurück auf die Altstadt mit ihren Bastionsmauern und über die offene See. Genau diese Aussicht macht den Turm zum bekanntesten Sonnenuntergangsplatz Trapanis. Am frühen Abend sammelt sich hier ein guter Teil der Stadt, um zuzusehen, wie die Sonne hinter den Inseln versinkt.
Der Weg zum Turm führt über die Landzunge vom Zentrum aus – ein lohnender Spaziergang vorbei an der Hafenseite und den Stadtmauern. Wer den Besuch plant, kombiniert ihn am besten mit dem späten Nachmittag: erst der kurze Gang über die Felsen, dann das Schauspiel des Sonnenuntergangs. Für den Innenbesuch des Museums ist ein Ticket erforderlich. Die Felsenplattform rund um den Turm ist auch ohne Eintritt zugänglich und gehört zu den schönsten frei nutzbaren Aussichtspunkten der Stadt.