Vom Delfinhafen zur Weltbühne ein Dorf, das nie wachsen konnte – und genau deshalb unverwechselbar blieb
Der Name geht auf die Römer zurück: Portus Delphini, Delfinhafen, nannten sie die tief eingeschnittene Bucht an der Ostseite der Halbinsel. Über Jahrhunderte lebte das Dorf von Fischfang und Seehandel im Schutz der Republik Genua, deren Festungsarchitektur im Castello Brown bis heute über der Einfahrt wacht. Dass zwischen Fels und Wasser kaum Platz war, erwies sich als Glück: Portofino konnte nie wachsen, und so blieb das Ensemble aus schmalen, hohen Häusern mit gemalten Fassadendekorationen praktisch unverändert erhalten.
Im 20. Jahrhundert wurde aus dem Fischerdorf eine Bühne: Schriftsteller, Filmstars und Reeder ankerten in der Bucht, das Belmond Hotel Splendido in einem ehemaligen Kloster am Hang wurde zur ersten Adresse der Riviera und die Piazzetta zum Salon unter freiem Himmel. Bis heute funktioniert das Ritual: morgens Espresso an der Mole, mittags Trofie al Pesto unter den Arkaden, abends Aperitivo, wenn die Tagesboote abgelegt haben und das Dorf wieder den Bewohnern und Hausgästen gehört.
Die andere Hälfte der Wahrheit liegt hinter dem Ort: Der Monte di Portofino, einer der ältesten Naturparks Italiens, schiebt sich als grüner Rücken zwischen Camogli und Santa Margherita ins Meer. Auf seinen Saumpfaden wandert man durch Steineichenwälder und Oliventerrassen zur Abtei San Fruttuoso, die in einer nur vom Wasser oder zu Fuß erreichbaren Bucht liegt. travelperfect empfiehlt, mindestens eine Nacht zu bleiben: Der frühe Morgen und der Abend, wenn das Licht die Fassaden wärmt und die Bucht still wird, gehören zu den schönsten Momenten der ganzen Riviera.
