Die Laubengassen sind das Rückgrat der Brixner Altstadt. Schmale Bürgerhäuser mit pastellfarbenen Fassaden und Erkern reihen sich aneinander, ihre Erdgeschosse öffnen sich zu durchgehenden Arkadengängen – den Lauben. Was im Mittelalter als überdachter Wetterschutz für Händler entstand, ist heute die wichtigste Flaniermeile der Stadt. Wer Brixen verstehen will, beginnt hier: In den Lauben verdichtet sich, wie die Stadt seit Jahrhunderten lebt und handelt.
Man unterscheidet die Großen und die Kleinen Lauben. In den Großen Lauben reihen sich Speckgeschäfte, Buchhandlungen, Boutiquen und Traditionsläden, hier ist tagsüber am meisten los. Die Kleinen Lauben sind stiller und führen Richtung Eisack – ruhiger, aber nicht weniger reizvoll. Zwischen den Geschäften halten Traditionshäuser und Gasthäuser, die seit Generationen bewirten, die Brixner Caféhaus- und Wirtshauskultur lebendig.
Die Lauben sind kein Museum, sondern ein lebendiger Stadtraum: Hier kauft man ein, trifft sich auf einen Kaffee und sitzt im Sommer unter den Arkaden. Für Reisende sind sie der natürliche Mittelpunkt jedes Aufenthalts – frei zugänglich, ohne Eintritt, zu jeder Tageszeit. Vom Domplatz aus erschließt sich die Altstadt entlang dieser Achse fast von selbst. Am schönsten ist ein Bummel am späten Nachmittag, wenn das Licht in die Arkaden fällt und sich Cafés und Gassen füllen. Wer Geschäfte, Architektur und Stadtleben in einem erleben möchte, findet in den Lauben Brixens Zentrum im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.