Der Campanone, offiziell Torre Civica, ist Bergamos mittelalterlicher Stadtturm und überragt die Piazza Vecchia um gut 50 Meter. Er wuchs über Jahrhunderte aus den Befestigungsanlagen der Familie Suardi empor und wurde zum weithin sichtbaren Symbol der städtischen Macht. Heute führt ein Aufzug – ergänzt durch Treppen – bequem hinauf zur Aussichtsplattform, von der sich ein Rundblick über die Dächer der Città Alta, hinunter zur Unterstadt und bis zu den Voralpen öffnet. Seine größte Berühmtheit verdankt der Campanone jedoch nicht dem Blick, sondern dem Klang. Jeden Abend um 22 Uhr schlägt die große Glocke 100 Mal über die Oberstadt. Ursprünglich war dies das Signal, dass die Stadttore geschlossen wurden und niemand mehr ein- oder ausgehen durfte – eine Coprifuoco, eine mittelalterliche Ausgangssperre. Heute ist es ein liebgewonnenes Ritual: Wer abends auf der Piazza Vecchia steht und die 100 Schläge zählt, erlebt ein Stück lebendige Stadtgeschichte gemeinsam mit den Bergamasken. Der Aufstieg lohnt sich besonders, weil der Turm mitten im historischen Kern steht. Von oben lassen sich die Lage der Basilika, der Cappella Colleoni und des venezianischen Mauerrings hervorragend überblicken – eine ideale Orientierung zu Beginn eines Rundgangs durch die Oberstadt. Bei klarer Sicht reicht der Blick über die gesamte Po-Ebene. Der Eintritt ist kostenpflichtig, der Turm gehört zum Verbund der städtischen Museen. Genaue Öffnungszeiten und Preise variieren je nach Saison; am besten prüft man sie vor dem Besuch. Wer beides verbinden will, plant den Aufstieg am Tag und kehrt abends um 22 Uhr auf den Platz zurück, um den Campanone auch hören zu können.
Ein mittelalterlicher Stadtturm mit Aufzug zur Aussichtsplattform, von der man die Oberstadt, die Unterstadt und bei klarem Wetter die Voralpen und die Po-Ebene überblickt. Der Besuch dauert kurz, vermittelt aber die beste Orientierung über die Città Alta. Das akustische Erlebnis – die 100 Glockenschläge um 22 Uhr – nimmt man am besten unten auf der Piazza Vecchia mit.
Der Turm entstand aus den Befestigungen der Adelsfamilie Suardi und wurde im Mittelalter zum städtischen Glockenturm ausgebaut. Die große Glocke gab über Jahrhunderte mit ihren 100 abendlichen Schlägen das Zeichen zum Schließen der Stadttore. Mit dem Ende dieser Funktion blieb das Ritual als Tradition erhalten und wird bis heute täglich fortgeführt.
