Das Battistero di Parma steht direkt neben dem Dom auf der Piazza Duomo und ist das Bauwerk, an dem sich der Übergang von der Romanik zur Gotik in Norditalien am eindrücklichsten ablesen lässt. Begonnen wurde es 1196 unter der Leitung von Benedetto Antelami, dem prägenden Bildhauer und Baumeister seiner Zeit. Der achteckige Turm besteht aus rosa Veroneser Marmor, dessen Farbe sich mit dem Tageslicht verändert – am Morgen wirkt er zart rosé, in der Abendsonne glüht er in warmem Ocker. Antelami hat den Bau nicht nur entworfen, sondern auch maßgeblich mit Skulpturen ausgestattet. Über den drei Portalen erzählen seine Reliefs biblische Zyklen, und im Inneren überspannt eine ringförmig in sechzehn Segmente gegliederte Kuppel den hohen Raum. Besonders berühmt ist der plastische Zyklus der Monate, der die landwirtschaftlichen Tätigkeiten des Jahreslaufs darstellt und zu den wichtigsten Bildprogrammen des italienischen Mittelalters gehört. Die Wandmalereien an den Nischen zeigen Heiligendarstellungen und einen Sternenhimmel, der die Höhe des Innenraums noch betont. Das Baptisterium diente jahrhundertelang dem Taufritus der Stadt – die achteckige Grundform ist dabei kein Zufall, sondern verweist auf die symbolische Bedeutung der Acht als Zeichen der Wiedergeburt. Heute wird der Bau als Museum geführt und gehört zum Komplex der Domplatz-Monumente. Der Besuch ist mit Ticket möglich, das häufig in Kombination mit dem benachbarten Diözesanmuseum angeboten wird. Wer früh am Morgen kommt, hat den Innenraum oft fast für sich und kann die wechselnde Lichtstimmung in Ruhe erleben. Die Lage unmittelbar neben Dom und Bischofspalast macht den Domplatz zu einem geschlossenen mittelalterlichen Ensemble, das sich in einem Rundgang gut erschließen lässt.
Den Außenbau im weichen Morgen- oder Abendlicht fotografieren, um den Farbwechsel des Marmors einzufangen.






























