Der Duomo di Modena gilt als eines der bedeutendsten romanischen Bauwerke Europas. 1099 vom Baumeister Lanfranco begonnen, ist die Kathedrale ein Meisterwerk der frühen Romanik und das geistliche Herz der Stadt. Ihre helle Marmorfassade an der Piazza Grande prägt das Stadtbild ebenso wie der benachbarte schiefe Glockenturm Ghirlandina, mit dem der Dom ein bauliches Ensemble bildet. Das Herausragende des Doms sind die Reliefs des Bildhauers Wiligelmo, der im frühen 12. Jahrhundert die Schöpfungsgeschichte in Stein erzählte. Diese Genesis-Reliefs an der Fassade zählen zu den frühesten großen Skulpturenzyklen des Mittelalters und gelten als Wendepunkt der europäischen Bildhauerkunst: Erstmals seit der Antike traten menschliche Figuren wieder mit solcher Ausdruckskraft hervor. Wer vor der Fassade steht, liest gleichsam ein steinernes Buch von der Erschaffung der Welt. Im Inneren beeindruckt der Dom durch seine klare romanische Gliederung mit Pfeilern, Bögen und einem erhöhten Chor. In der Krypta ruht der Stadtheilige Geminianus, dem die Kathedrale geweiht ist und der für die Modeneser bis heute eine besondere Bedeutung hat. Der Lettner und die Kapitelle zeigen weitere romanische Bildhauerarbeit, die das Programm der Fassade im Inneren fortsetzt. Zusammen mit der Torre Ghirlandina und der Piazza Grande bildet die Kathedrale seit 1997 ein UNESCO-Welterbe-Ensemble, das als herausragendes Zeugnis romanischer Baukunst in Norditalien gilt. Der Eintritt in den Dom ist frei. Am ruhigsten erlebt man Fassade und Innenraum früh am Morgen, bevor die Besucherströme einsetzen. Ein Besuch des Doms lässt sich ideal mit dem Aufstieg auf die direkt benachbarte Ghirlandina und einem Bummel über die Piazza Grande verbinden.
Die Genesis-Reliefs gelingen am besten im streifenden Morgenlicht.





























