Wer Modena jenseits des Domplatz-Trubels erleben möchte, findet im Viertel rund um San Francesco und die Via Stella eine Stadt, die noch ganz bei sich ist. Hier bestimmen keine Reisebusse das Straßenbild, sondern Modenesen auf dem Weg zum Markt, Handwerker, die ihre Rollläden hochziehen, und Rentner, die auf Bänken vor alten Palazzi die Morgensonne genießen.
Die Via Stella zieht sich als eine der charaktervollsten Straßen des Viertels durch ein Gewebe aus Portiken und niedrigen Wohnhäusern, deren Fassaden in verwittertem Ocker und Terrakotta leuchten. Die Portiken – dieses für die Emilia-Romagna so typische Architekturelement – laden dazu ein, langsam zu schlendern, ohne sich um Regen oder Mittagshitze sorgen zu müssen. Kleine Alimentari wechseln sich mit Werkstätten und Bars ab, in denen der Espresso noch zu lokalen Preisen ausgeschenkt wird.
Das Kloster San Francesco bildet einen ruhigen Anker im Viertel. Die Anlage mit ihrem Kreuzgang strahlt eine Stille aus, die man in der Innenstadt kaum findet. Wer durch das Tor tritt, tauscht das Stadtgeräusch gegen das leise Rauschen einer anderen Zeit. Das Viertel ist kein Museum – es lebt. Familien aus dem Stadtviertel nutzen die umliegenden Plätze als verlängerten Wohnraum, und abends füllen sich die einfachen Trattorie mit Stammgästen, nicht mit Touristen.
Für Reisende, die Modena nicht nur als Kulisse für Tortellini-Fotos erleben wollen, ist dieses Viertel ein echter Zugang zur Stadt. Die Nähe zur historischen Altstadt – der Dom und die Piazza Grande sind fußläufig erreichbar – macht San Francesco & Via Stella auch logistisch attraktiv. Wer hier übernachtet oder einfach einen Nachmittag verbringt, erlebt, wie Modena wirklich tickt: bodenständig, stolz auf seine Küche und wenig daran interessiert, sich für Besucher zu verbiegen.

Galleria Estense
Kunstsammlung der Herzöge von Este im Palazzo dei Musei mit Werken von Velázquez, Bernini und El Greco – ein wenig überlaufenes Museum Norditaliens.
Sammlung der Herzöge von Este im Palazzo dei Musei