Die Hosteria Giusti zählt zu den besonderen Adressen Modenas – und zu den am schwersten zu ergatternden. Der Zugang führt durch die Salumeria Giusti, einen Feinkost- und Wurstladen, der 1605 gegründet wurde und nach eigener Zählung die älteste Salumeria der Welt ist. Hinter dem Verkaufsraum öffnet sich ein kleines Hinterzimmer mit nur einer Handvoll Tischen: das eigentliche Restaurant.
Weiterlesen
Diese Intimität prägt das Erlebnis. Wer einen der wenigen Plätze bekommt, sitzt zwischen Schinken, Käse und den Düften der Salumeria und wird mit dem Besten der emilianischen Tradition bewirtet. Auf den Tellern stehen Klassiker, die die Region definieren: gnocco fritto, das luftig frittierte Teiggebäck, serviert mit Culatello und anderen Salumi; handgedrehte Tortellini in Brühe; geschmorte Fleischgerichte; und Aceto Balsamico aus alten Fässern, der ausgewählten Speisen die typische süß-säuerliche Tiefe gibt.
Serviert wird ausschließlich mittags. Diese Einschränkung gehört zum Charakter des Hauses und unterstreicht, dass es hier nicht um Volumen geht, sondern um die sorgfältige Pflege einer Tradition. Die Küche verzichtet auf Effekthascherei und setzt stattdessen auf Produktqualität und handwerkliche Zubereitung – eine Haltung, die in Modena tief verwurzelt ist und die das Lokal von der modernen Spitzengastronomie der Stadt unterscheidet.
Wer die Hosteria Giusti besuchen möchte, sollte unbedingt reservieren. Die wenigen Plätze sind begehrt, und ohne Tischbuchung geht hier praktisch nichts. Für Genussreisende, die die authentische Küche der Emilia an einem geschichtsträchtigen Ort erleben wollen, ist das kleine Lokal eines der lohnendsten Ziele der Stadt – ein Kontrast zur experimentellen Linie der Osteria Francescana, der zeigt, wie tief die kulinarische Identität Modenas in der Tradition wurzelt.