
◆ STADT · KANAREN
Im äußersten Süden Gran Canarias liegt ein Landstrich, den keine zweite Ecke Europas so kennt: eine wandernde Dünenwüste, die in einem Atemzug am Atlantik endet, dahinter eine Brackwasserlagune voller Zugvögel, ein Palmenhain wie eine Fata Morgana und über allem ein 55 Meter hoher Leuchtturm aus dem 19. Jahrhundert. Maspalomas ist zugleich eines der ältesten und meistbesuchten Urlaubsreviere der Insel – und doch genügen zwanzig Schritte in den Sand, um das Stimmengewirr der Strandpromenade hinter sich zu lassen.

Die Dünen von Maspalomas sind das letzte aktive Wanderdünenfeld Gran Canarias und kein Strandschmuck, sondern eine eigene Welt: Auf rund 400 Hektar zwischen der Playa del Inglés und dem Leuchtturm schiebt der Passat den Sand Korn für Korn nach Westen, sodass sich die Kämme über Wochen verschieben. Seit 1994 steht das Gebiet als Reserva Natural Especial unter strengem Schutz, und das aus gutem Grund – es vereint drei ineinandergreifende Lebensräume: das Dünenmeer, den Palmenhain (Palmeral) und die salzige Lagune La Charca am Meeresrand, in der sich Süß- und Salzwasser mischen.
Genau diese Charca ist der heimliche Star. Eingebettet zwischen Sand und Brandung dient sie rund zwei Dutzend Zugvogelarten als Rast- und Brutplatz auf ihrem Weg zwischen Europa und Afrika; im Sand huscht die endemische Rieseneidechse Gran Canarias über die Dünenflanken. Damit das so bleibt, gilt eine eiserne Regel: Die Dünen darf man nur auf den rund acht Kilometern markierter Wege betreten – wer querfeldein durch den Sand stapft, riskiert ein Bußgeld zwischen 150 und 600 Euro. Es ist die wohl freundlichste Art, einem Naturwunder beim Atmen zuzusehen.
Über allem wacht der Faro de Maspalomas, errichtet zwischen 1886 und 1890 nach den Plänen des kanarischen Ingenieurs Juan de León y Castillo. Einst Wegmarke für die Dampfer auf der Transatlantikroute, beherbergt der 55-Meter-Turm heute ein kleines ethnografisches Zentrum. Drumherum hat sich das Urlaubsleben gestaffelt: das gediegene Meloneras mit seinen Fünf-Sterne-Häusern und der Strandpromenade, das lebhafte, in den 1960er- und 70er-Jahren gewachsene Playa del Inglés, das ruhigere San Agustín – und mittendrin das Yumbo-Centrum, seit Jahrzehnten Herz der LGBTQ+-Szene der Insel.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel





· Sehenswürdigkeiten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Naturweg
Vom Aussichtspunkt oberhalb der Playa del Inglés führt der markierte Weg über die Kämme bis zum Leuchtturm – rund sieben Kilometer reiner Sand, am schönsten im weichen Licht des frühen Morgens, bevor der Passat auffrischt und die Hitze steht.
Vogelblick
Am westlichen Ende der Dünen liegt die Lagune La Charca, gesäumt vom Palmeral. Vom Holzsteg aus beobachtet man Reiher, Strandläufer und Zugvögel auf ihrer Rast zwischen zwei Kontinenten – ein stiller Kontrapunkt zum Strandtrubel nebenan.
Genussrunde
Entlang der Strandpromenade von Meloneras reihen sich Terrassen mit Meerblick: Hier kommen frischer Fisch des Tages, papas arrugadas mit rotem und grünem Mojo und zum Abschluss Bienmesabe auf den Tisch – kanarische Küche ohne Schnörkel, mit dem Atlantik im Rücken.
Nachtleben
Das Yumbo-Centrum in Playa del Inglés ist seit Jahrzehnten das pulsierende Herz der queeren Szene Gran Canarias – Bühne für den Pride im Mai und den Winter Pride im November, tagsüber Einkaufsmeile, nachts Bühne der Insel.
03 · Wann
Maspalomas kennt kaum Jahreszeiten im mitteleuropäischen Sinn: Das subtropische Klima hält die Temperaturen das ganze Jahr in einem schmalen, milden Korridor, abgeschirmt von den Bergen im Norden. Wer Hitze sucht, kommt im Hochsommer; wer das Dünenwandern liebt, reist in den kühleren Monaten.
04 · Häufige Fragen
Beide gehören zum selben Urlaubsrevier im Süden Gran Canarias und liegen direkt nebeneinander – die Dünen verbinden sie. Playa del Inglés ist das ältere, lebhaftere Zentrum mit Hotels aus den 1960er- und 70er-Jahren und dichtem Nachtleben rund um das Yumbo-Centrum. Maspalomas im engeren Sinne – mit dem Leuchtturm und dem benachbarten Meloneras – ist ruhiger, grüner und gehobener. Zu Fuß ist man in wenigen Minuten vom einen ins andere gewechselt.
Nein. Das Dünenfeld ist seit 1994 ein streng geschütztes Naturreservat (Reserva Natural Especial). Betreten ist nur auf den rund acht Kilometern markierter Wege erlaubt; das Verlassen der Pfade wird mit Bußgeldern zwischen 150 und 600 Euro geahndet. So bleibt das wandernde Dünenökosystem mit Lagune und Palmenhain intakt.
Der Flughafen Gran Canaria (LPA) liegt rund 20 bis 25 Kilometer nördlich. Per Taxi oder Transfer ist man in etwa 25 bis 30 Minuten da. Günstiger und nahezu im Stundentakt fahren die öffentlichen Buslinien (u. a. 66 und 90) der Global-Gesellschaft Richtung Maspalomas und Faro.
Maspalomas ist ganzjährig ein Ziel. Für mildes Wandern und entspannte Strandtage sind Oktober bis Mai ideal, der Winter gilt als einer der zuverlässigsten Sonnenfluchtorte Europas. Wer maximale Hitze und das wärmste Meer will, reist von Juni bis September – das ist zugleich die vollste Zeit.
Ja. Der 55 Meter hohe Faro de Maspalomas wurde zwischen 1886 und 1890 nach Plänen des kanarischen Ingenieurs Juan de León y Castillo erbaut und diente einst den Transatlantik-Dampfern als Orientierung. Heute ist er das Wahrzeichen der Südküste, beherbergt ein kleines ethnografisches Zentrum und markiert das westliche Ende der Dünen – der schönste Ort, um den Sonnenuntergang über dem Atlantik zu erleben.
Beides trifft zu, weil sich die Reviere staffeln. Meloneras und San Agustín sind ruhig und familienfreundlich, der flach abfallende Naturstrand ideal für Kinder. Playa del Inglés mit dem Yumbo-Centrum ist seit Jahrzehnten ein Zentrum der queeren Szene und Schauplatz von Maspalomas Pride (Mai) und Winter Pride (November). Man kann sich aussuchen, in welchem Tempo man Urlaub macht.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Maspalomas.
Karte