
◆ STADT · KANAREN
Im Südwesten Teneriffas liegt ein Ort, der seinen alten Namen verdient: ein Hafen, an dem morgens noch die Boote auslaufen und nachmittags die Fähren nach La Gomera, El Hierro und La Palma ablegen. Los Cristianos ist aus einem Fischerdorf gewachsen, ohne es ganz zu vergessen. Zwischen den Bergen Guaza und Chayofita gebettet, mit goldhellem Sand, einer langen Strandpromenade und einer Hitze, die selbst im Januar Wärme verspricht, ist es der familiärere, leiserere Nachbar der großen Resortküste – ein Ort zum Ankommen und zum Übersetzen.

Schon im 16. Jahrhundert taucht Los Cristianos in den Akten auf – als Hafen, den der Notar Hernán Guerra in der Bucht zwischen den Vulkankegeln verzeichnete. Lange blieb es bei wenig mehr als dem: Erst um 1860 standen hier eine Handvoll Häuser, 1900 zählte man knapp 80 Seelen. Die Menschen lebten von dem, was die Bucht hergab – Fisch, Salz aus den Salinen, ein wenig Handel über das Wasser. Es war ein karges, von der Sonne ausgeglühtes Leben am Rand einer Insel, die sich selbst noch kaum als Reiseziel begriff.
Die zweite Entdeckung kam aus dem Norden. In den 1950er-Jahren kam ein Schwede an diese Küste, der hier Heilung von einer Krankheit suchte – und mit ihm kamen weitere Genesungssuchende, angezogen vom trockenen, milden Klima, das im Süden Teneriffas verlässlicher scheint als irgendwo sonst in Europa. Bis heute erinnert die Avenida de Suecia, die Schwedenallee, an diese skandinavischen Pioniere des Tourismus. Der Hafen wuchs mit: 1934 entstand ein größeres Becken, 1975 lief die erste tägliche Fähre nach La Gomera aus. Aus dem Salzhafen war ein Tor zu den westlichen Kanaren geworden.
Heute ist es einer der verkehrsreichsten Passagierhäfen Spaniens – und doch hat sich das alte Dorf in den Gassen hinter der Strandpromenade gehalten. Traditionelle Fischerboote dümpeln neben weißen Yachten, kleine Lokale stehen Schulter an Schulter mit angesagten Cafés. Wer abends an der Mole entlanggeht, während die letzte Fähre nach San Sebastián ablegt und die Silhouette La Gomeras am Horizont versinkt, versteht, warum dieser Ort familiärer geblieben ist als die Hotelfront nebenan. Los Cristianos verkauft kein Postkarten-Spanien. Es lebt sein eigenes weiter.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel




· Sehenswürdigkeiten
· Aktivitäten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Am Wasser
Der alte Hafen ist das Herz des Ortes. Morgens kehren die Boote zurück, mittags füllen sich die hafenseitigen Lokale. Im Bar Restaurante El Cine kommen Pulpo, Sardinen und dicke Seehecht-Filets mit papas arrugadas und mojo auf den Tisch – Kanaren ohne Inszenierung. Wer Zeit hat, geht zur Mole hinaus und sieht den Fähren beim Auslaufen Richtung La Gomera zu.
Strand & Promenade
Fast einen Kilometer zieht sich die Playa de las Vistas mit feinem, hellem Sand und einer Wellenbrecher-geschützten Bucht – Blaue Flagge, palmengesäumte Promenade, ein kostenloser Badebegleitdienst für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Direkt nebenan liegt der ältere Stadtstrand Playa de Los Cristianos, ruhig und flach abfallend, ideal für Familien mit kleinen Kindern.
Aufstieg
Vom Ortsrand führt ein Pfad auf die Montaña Guaza, einen 424 Meter hohen Vulkankegel und Naturdenkmal an der Grenze zu Adeje. Oben öffnet sich ein 360-Grad-Panorama: zu Füßen Los Cristianos und die Küste, am Horizont La Gomera, im Inselinneren der Teide. Wer mehr will, nimmt den Roque del Conde oder die kleinere Montaña Chayofita – allesamt ohne Auto vom Ort aus erreichbar.
Hinüber & nebenan
Los Cristianos ist der beste Absprung für einen Tag auf La Gomera – in 50 Minuten setzt die Schnellfähre nach San Sebastián über. An Land lockt der Küstenpfad entlang der Guaza-Klippen nach Palm-Mar und Las Galletas, vorbei an Kakteenfeldern und türkisen Felsbuchten. Wer lieber bummelt, schlendert die Promenade nordwärts bis zum lebhaften Las Américas.
03 · Wann
Der Süden Teneriffas gilt als die trockenste, sonnenverlässlichste Ecke der Insel – hier scheint die Sonne, wenn der Norden in Wolken hängt. Los Cristianos ist deshalb ein klassisches Ganzjahresziel, das gerade dann seine Stärke ausspielt, wenn Mitteleuropa friert.
04 · Häufige Fragen
Los Cristianos liegt an der Südwestküste Teneriffas in der Gemeinde Arona. Der Flughafen Teneriffa-Süd (TFS) ist rund 20 Kilometer entfernt, von dort gelangt man per Mietwagen, Bus oder Taxi in etwa 20 bis 30 Minuten in den Ort. Der Hafen ist zudem der zentrale Fähranleger für die westlichen Kanareninseln.
Vom Hafen Los Cristianos verkehren Fähren nach San Sebastián de La Gomera, Valverde auf El Hierro und Santa Cruz de La Palma. Die schnellste Verbindung nach La Gomera dauert mit Fred Olsen Express bzw. Naviera Armas rund 50 Minuten. Der Hafen zählt zu den passagierreichsten Spaniens.
Es gibt zwei Hauptstrände: die Playa de las Vistas, ein fast ein Kilometer langer Sandstrand mit Blauer Flagge, geschützter Bucht und Palmenpromenade, sowie die ältere, ruhige Playa de Los Cristianos direkt am Ortskern, die mit flach abfallendem Wasser besonders familienfreundlich ist.
Los Cristianos ist ganzjährig ein verlässliches Ziel. Der trockene Süden Teneriffas bietet auch im Winter angenehme Temperaturen um 22 Grad und viel Sonne, weshalb Oktober bis April als ideale Winterflucht gelten. Sommer und Herbst sind warm, trocken und gut für Strand und Inselsprünge.
Neben den Stränden lohnen der lebendige alte Hafen mit seinen Fischlokalen, Wanderungen auf die Montaña Guaza (424 m), den Roque del Conde oder die Montaña Chayofita sowie der Küstenpfad nach Palm-Mar. Tagesausflüge per Fähre nach La Gomera und die Strandpromenade Richtung Playa de las Américas runden das Programm ab.
Ganz klar frischer Fisch und Meeresfrüchte aus dem Hafen – Pulpo, Sardinen oder Seehecht. Dazu gehören die kanarischen papas arrugadas, kleine, in Salzwasser gekochte Runzelkartoffeln, serviert mit mojo (grün, rot oder pikant als mojo picón). Die hafenseitigen Lokale servieren das ohne touristisches Brimborium.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Los Cristianos.
Karte