
◆ STADT · KANAREN
Costa Teguise wirkt auf den ersten Blick aufgeräumt bis zur Selbstverleugnung: kein Hochhaus, das den Horizont zerteilt, keine grelle Strandpromenade, die sich selbst überbietet. Genau das ist Absicht. Gebaut wurde der Ort ab den frühen 1970er-Jahren auf ehemaligen Salinen an Lanzarotes Ostküste, und der Inselkünstler César Manrique wachte über die Tonart – niedrig, weiß, in das schwarze Lavaland eingebettet statt darüber gestülpt. Heute ist Costa Teguise das ruhigere, gepflegte Pendant zu den lauteren Resorts im Süden: ein Ort mit windgepeitschten Surfrevieren, einer fünf Kilometer langen Strandpromenade entlang der Avenida del Mar und der unschlagbaren Lage als zentrale Basis, von der aus sich die ganze Vulkaninsel an einem Tag erfahren lässt.

Bis in die späten 1960er-Jahre lagen hier nur Salzgärten, ein paar Fincas und der trockene Wind. 1970 kaufte die Gesellschaft Explosivos Río Tinto rund zwölf Millionen Quadratmeter Küstenland, um daraus eine geplante Ferienstadt zu machen – ein Reißbrettprojekt, wie es Lanzarote vorher nicht gesehen hatte. Dass daraus kein zweites Benidorm wurde, liegt an einem Mann: César Manrique, in Arrecife geboren, kämpfte damals erbittert für eine Architektur, die der Insel gehorcht statt sie zu überschreiben. Sein Diktat – flach bauen, weiß streichen, Werbetafeln verbannen, die Lava nicht zudecken – prägt das Ortsbild bis heute.
Sein sichtbarstes Vermächtnis hier ist das Pueblo Marinero, ein nachempfundenes Fischerdorf aus weißen Würfelhäusern um eine schattige Plaza, das Manrique als Hommage an die traditionelle kanarische Bauweise entwarf. Mittwoch- und Freitagabend füllt sich der Platz mit einem Kunsthandwerksmarkt, dazwischen sitzt man unter Bougainvillea bei einem Barraquito. Schon 1977 öffnete unweit das Gran Meliá Salinas, das erste Fünf-Sterne-Haus der Insel – Manrique gestaltete Wandbilder, Gärten und Pools, und der Name Salinas erinnert bis heute an die Salzgärten, die hier einst lagen.
So entstand ein Ort mit doppeltem Charakter: durchgeplant und doch zurückhaltend, touristisch und doch nie schrill. Wer von Costa Teguise mehr erwartet als Strand, findet eine ruhige, familientaugliche Basis mit kurzen Wegen – acht Kilometer zur Inselhauptstadt Arrecife, eine Viertelstunde hinauf in die historische Villa de Teguise, und von der Promenade aus den Blick auf das offene Atlantikblau, in das die Windsurfer von Las Cucharas tagein, tagaus hinausschießen.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel





· Sehenswürdigkeiten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Am Wasser
Vom feinsandigen Las Cucharas, wo jährlich ein Freestyle-Event der PWA-Windsurf-World-Tour ausgetragen wird, führt die Uferpromenade an der Avenida del Mar vorbei am familienfreundlichen Naturbecken von El Jablillo bis zum naturbelassenen Playa Bastián mit seinem dunklen, vom Picón getönten Sand. Wer es ruhig mag, biegt zu den geschützten Caletas hinter dem Meliá Salinas ab.
Manrique & Markt
Manriques weißes Fischerdorf-Ensemble ist das Herz des Ortes: Plaza unter Schatten, kleine Läden, Cafés. Mittwoch- und Freitagabend belebt ein Kunsthandwerksmarkt den Platz. Wer tiefer eintauchen will, fährt 15 Minuten hinauf in die Altstadt von Teguise, der einstigen Inselhauptstadt, deren Sonntagsmarkt zu den größten der Kanaren zählt.
Tor zur Insel
Kaum ein Ort liegt strategischer: Die Feuerberge des Timanfaya-Nationalparks erreicht man in rund 45 Fahrminuten, die Lavahöhlen von Jameos del Agua und Cueva de los Verdes im Norden sowie den Mirador del Río in etwa einer halben Stunde. Auch César Manriques Wohnhaus-Museum und der Aussichtspunkt über La Graciosa sind bequeme Tagesausflüge.
03 · Wann
Lanzarote liegt nur gut hundert Kilometer vor der afrikanischen Küste – das Klima ist mild und außergewöhnlich beständig, mit viel Sonne und sehr wenig Regen über das ganze Jahr. Der allgegenwärtige Passatwind macht Costa Teguise zum Surfrevier, sorgt aber auch dafür, dass die Hochsommerhitze selten drückt. Echte Nebensaison gibt es kaum; entscheidend ist eher, ob man Wasserwärme, Ruhe oder Wind sucht.
04 · Häufige Fragen
Costa Teguise ist Lanzarotes ruhigeres, gepflegtes Ferienresort an der Ostküste. Berühmt ist es vor allem für das Windsurf-Revier am Strand Las Cucharas, für die von César Manrique geprägte niedrige, weiße Architektur – etwa das Pueblo Marinero – und für seine zentrale Lage als Basis für Ausflüge über die ganze Insel.
Ja, die Lage ist sehr strategisch. Der Timanfaya-Nationalpark ist in rund 45 Fahrminuten erreichbar, die Lavahöhlen Jameos del Agua und Cueva de los Verdes sowie der Mirador del Río im Norden in etwa einer halben Stunde. Ein Mietwagen wird für maximale Flexibilität empfohlen.
Vier natürliche Strände: das große, goldsandige Las Cucharas (das Surfrevier), das benachbarte Los Charcos, das kleine, ruhige El Jablillo mit seinem geschützten Naturbecken und das naturbelassene Playa Bastián mit dunklerem, vulkanischem Sand.
Der Flughafen Lanzarote (ACE) bei Arrecife liegt nur rund 14 Kilometer entfernt. Per Taxi oder Transfer ist man in 15 bis 20 Minuten dort. Mit dem öffentlichen Bus ist meist ein Umstieg in Arrecife nötig (z. B. Linie 22/23 in die Stadt, dann Linie 1).
Costa Teguise ist ganzjährig mild. Frühling (März–Mai) und Herbst (September–November) bieten warme Tage und weniger Andrang; im Herbst ist das Meer am wärmsten. Der Sommer ist am heißesten und windreichsten – ideal für Wassersport. Selbst im Winter bleibt es sonnig und mild.
Ja. Der Ort gilt als ruhig, gepflegt und familienfreundlich, mit kurzen Wegen, einer langen Strandpromenade, geschützten Badebuchten wie El Jablillo und dem einzigen Wasserpark der Insel, dem Aquapark Costa Teguise.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Costa Teguise.
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