
◆ ORT · LIGURIEN
Santa Margherita Ligure ist die elegante Schwester des berühmten Portofino nebenan: eine Belle-Époque-Stadt am Golfo del Tigullio, deren palmengesäumte Uferpromenade an pastellfarbenen Fassaden mit aufgemalten Fensterrahmen entlangführt. Im Hafen liegen Fischerboote neben Yachten, an der Piazza Caprera wird der Aperitivo zelebriert, und über den Dächern wacht die Villa Durazzo mit ihrem italienischen Garten. Wer hier wohnt, hat die ganze Riviera di Levante vor der Tür: Portofino per Boot oder Küstenpfad, die Abtei La Cervara, San Fruttuoso – und abends die berühmten roten Gamberi von Santa Margherita auf dem Teller.

Santa Margherita bestand über Jahrhunderte aus zwei Dörfern, die einander herzlich misstrauten: Pescino unten am Wasser, wo die Fischer wohnten, und Corte um die Kirche auf der Anhöhe. Erst die napoleonische Verwaltung vereinte beide kurzerhand zu einer Gemeinde – zwischenzeitlich unter dem Namen Porto Napoleone –, ehe der Ort im 19. Jahrhundert seinen heutigen Namen erhielt. Geblieben sind die typisch ligurischen Fassaden, deren Gesimse, Säulen und Fensterläden oft nur aufgemalt sind: trompe-l'œil als Volkskunst, die ganze Straßenzüge in Bühnenbilder verwandelt.
Mit der Eisenbahn kamen Ende des 19. Jahrhunderts die Wintergäste aus England, Deutschland und Russland – und mit ihnen die Grandhotels. An der Via Pagana und entlang der Promenade entstanden Häuser wie das Imperiale Palace Hotel und das Grand Hotel Miramare, mit Stuckfassaden, Palmengärten und Meersicht. In den Salons des Imperiale wurde 1922 der Vertrag von Rapallo zwischen dem Deutschen Reich und Sowjetrussland unterzeichnet – die große Politik logierte damals selbstverständlich an der Riviera.
Heute lebt Santa Margherita von einer seltenen Balance: Es ist mondän, aber kein Museum. Im Hafen löschen die Fischerboote ihren Fang – allen voran die roten Gamberi, für die der Ort in ganz Italien berühmt ist –, an der Piazza Caprera trinken Einheimische ihren Espresso neben Seglern aus aller Welt, und abends füllen sich die Trattorien in den Gassen. travelperfect empfiehlt den Ort als Basis für den ganzen Tigullio-Golf: Portofino, San Fruttuoso und selbst die Cinque Terre liegen per Boot oder Bahn in Reichweite – zu deutlich entspannteren Preisen als in der berühmten Nachbarbucht.
01 · Auf einen Blick
· Ortsteile




· Sehenswürdigkeiten
· Hotels
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Der Klassiker
Der schönste Weg in die berühmteste Bucht Italiens beginnt an der Promenade von Santa Margherita: Der Küstenpfad führt an der Abtei La Cervara vorbei und weiter auf Stegen über der Küstenstraße bis zur Piazzetta von Portofino. Wer es bequemer mag, nimmt das Linienboot ab der Hafenmole oder den ATP-Bus – und läuft erst in Portofino hinauf zum Castello Brown und zum Leuchtturm auf der Punta del Capo.
Belle Époque
Santa Margheritas große Zeit als Wintersommerfrische hat der Stadt ein Erbe hinterlassen, das man erlaufen kann: die Gärten der Villa Durazzo mit ihren Mosaikwegen aus Kieselsteinen, die Stuckfassaden der Grandhotels an der Via Pagana, die barocke Basilika an der Piazza Caprera und die Uferpromenade, deren Palmen schon auf Postkarten des frühen 20. Jahrhunderts stehen.
Auf dem Wasser
Vom Hafen legen die Boote des Tigullio ab: zur Abtei San Fruttuoso, die nur per Schiff oder zu Fuß erreichbar in ihrer Bucht unter dem Monte di Portofino liegt, in der Saison weiter nach Camogli oder bis in die Cinque Terre. Wer selbst aufs Wasser will, mietet Kajak oder Boot und sucht sich eine der Felsbuchten entlang der Küste nach Portofino.
Ligurische Küche
Santa Margherita ist in Italien ein kulinarischer Eigenname: Die roten Garnelen aus dem tiefen Wasser des Tigullio-Golfs gelten als Delikatesse und stehen roh, gegrillt oder auf Pasta auf den Karten der Hafenrestaurants. Dazu kommt das ligurische Fundament – Pesto mit Trofie, Focaccia aus dem Holzofen, Acciughe und ein Glas Vermentino mit Blick auf die Boote.
03 · Wann
Die Riviera di Levante gehört zu den mildesten Küsten Italiens: Der Monte di Portofino schirmt die Bucht ab, das Meer speichert die Wärme bis weit in den Herbst. Hochsaison ist von Juni bis August, wenn Badeanstalten und Promenade in vollem Betrieb sind – die elegantesten Monate sind jedoch Mai, Juni und September, wenn das Licht weich wird und Portofino wieder entspannt erreichbar ist.
04 · Häufige Fragen
Mai, Juni und September sind ideal: warm genug zum Baden, aber ohne den Hochsommer-Andrang, der sich im Juli und August zwischen Promenade und Portofino-Straße staut. Der Frühling eignet sich am besten für die Küstenwanderungen, der Oktober lockt mit warmem Meer und klarer Luft – muss aber mit einzelnen kräftigen Regentagen rechnen. Im Winter wird der Ort sehr still, bleibt aber mild.
Am bequemsten per Bahn: Der Bahnhof Santa Margherita Ligure-Portofino liegt an der Linie Genua–La Spezia, ab Genova Brignole dauert die Fahrt etwa 35 bis 45 Minuten, ab Mailand rund zwei bis zweieinhalb Stunden. Der nächste Flughafen ist Genua (Cristoforo Colombo). Ein Auto braucht man vor Ort nicht – Parkplätze sind rar und die Küstenstraße nach Portofino ist im Sommer notorisch verstopft.
Drei Wege: Das Linienboot ab der Hafenmole ist der schönste – die Einfahrt in die Bucht von Portofino vom Wasser aus ist das halbe Erlebnis. Der ATP-Bus fährt regelmäßig die Küstenstraße entlang. Und zu Fuß führt ein Küstenpfad über die Abtei La Cervara in etwa einer bis eineinhalb Stunden nach Portofino, teils auf Stegen über der Straße – mit Meerblick auf dem ganzen Weg.
Für die meisten Reisenden: Santa Margherita. Der Ort hat einen eigenen Bahnhof, eine deutlich größere Auswahl an Hotels und Restaurants in allen Preislagen und echtes Alltagsleben auch abends, wenn die Tagesgäste abgereist sind. Portofino ist eine Bucht von einzigartiger Schönheit, aber winzig und extrem hochpreisig – als Ausflug per Boot oder zu Fuß von Santa Margherita aus jederzeit erreichbar.
Unbedingt. Die mittelalterliche Abtei San Fruttuoso liegt in einer winzigen Bucht unter dem Monte di Portofino und ist nur per Boot oder zu Fuß erreichbar – allein das macht den Besuch besonders. Die Linienboote ab Santa Margherita halten dort auf dem Weg nach Camogli; sportliche Wanderer kombinieren Hin- und Rückweg über die Pfade des Naturparks Portofino. In der Hochsaison früh fahren, die Bucht ist klein.
Den Gambero rosso di Santa Margherita – die rote Garnele aus dem tiefen Wasser des Tigullio-Golfs, die als eine der besten Italiens gilt und roh, kurz gegrillt oder auf Pasta serviert wird. Dazu die ligurischen Klassiker: Trofie al pesto, Focaccia, frittierte Acciughe und ein Glas Vermentino. Am schönsten direkt am Hafen, wo die Boote den Fang anlanden.
05 · In der Nähe
Sag uns, worauf du Lust hast — wir planen deine Tage an der Riviera di Levante.
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