Wer von Santa Margherita Ligure aus die schmale Küstenstraße Richtung Portofino entlangfährt, erreicht nach wenigen Kurven einen Ort, der sich wie ein gut gehütetes Kapitel der ligurischen Riviera anfühlt: Paraggi. Die kleine Bucht schmiegt sich zwischen bewaldete Hügel und felsige Klippen, das Wasser leuchtet in einem ungewöhnlich klaren Blaugrün, das man sonst eher auf Postkarten aus der Karibik vermutet als an der norditalienischen Küste.
Der Charakter von Paraggi ist geprägt von stiller Exklusivität. Hier gibt es keine breiten Strandpromenaden, keine lauten Souvenirbuden, kein Gedränge. Stattdessen: eine geschützte Bucht, ein feiner Kiesstrand, der von wenigen Strandclubs bewirtschaftet wird, und eine Atmosphäre, die Ruhe und Stil miteinander verbindet. Die Cala di Paraggi gilt als eine der schönsten Buchten der gesamten Ligurien-Küste – nicht wegen ihrer Größe, sondern wegen ihrer Lage und der bemerkenswerten Wasserqualität, die regelmäßig zu den besten der Region zählt.
Das Viertel selbst ist winzig. Ein paar elegante Villen verstecken sich hinter üppiger Vegetation, ein Hotel ragt direkt an der Bucht auf, und die Hauptstraße Via Paraggi a Mare führt direkt am Wasser entlang. Wer hier spaziert, blickt auf Segelboote, die in der Bucht ankern, und auf Tagesausflügler, die mit dem Wassertaxi aus Portofino kommen. Denn Paraggi liegt auf halbem Weg zwischen Santa Margherita Ligure und dem berühmten Fischerdorf – eine Lage, die es zum natürlichen Ruhepunkt auf der Küstenroute macht.
Für Reisende, die dem Trubel von Portofino entfliehen möchten, ohne auf Schönheit zu verzichten, ist Paraggi eine ernsthafte Alternative. Die Bucht bietet ausgezeichnete Bedingungen zum Schnorcheln, das kristallklare Wasser lädt zum Schwimmen ein, und wer ein Kajak oder Schlauchboot mietet, kann die nahen Felsen erkunden. Abends kehrt eine besondere Stille ein – die Tagestouristen sind abgereist, die Lichter der Villen spiegeln sich im Wasser, und die Bucht gehört wieder denjenigen, die geblieben sind.

Spiaggia di Paraggi
Smaragdgrüne Badebucht zwischen Santa Margherita und Portofino – der einzige nennenswerte Sandstrand der Strecke, gerahmt von Pinienhängen.
Einziger nennenswerter Sandstrand zwischen Santa Margherita und Portofino