Das Castello di Santa Margherita Ligure wurde Mitte des 16. Jahrhunderts errichtet, nachdem Korsarenüberfälle die Küste des Tigullio verwüstet hatten. Es ist kein romantisches Märchenschloss, sondern ein gedrungener Wehrbau genuesischer Prägung: Zweckarchitektur, die ihre Aufgabe erfüllte, die Bucht zu schützen und Angriffe vom Meer abzuwehren. Genau diese Schmucklosigkeit macht den Reiz des Baus aus, der unmittelbar am Wasser zwischen Ortskern und Hafen steht. Die Lage erklärt die Funktion. Vom Castello aus ließ sich die gesamte Bucht überblicken und mit Geschützen sichern. Heute ist der Standort vor allem eine Aussichtsplattform: Die Felsen zu Füßen der Mauern bieten einen weiten Blick über die Bucht von Santa Margherita bis hin zu den Hügeln, die den Tigullio rahmen. Im Sommer sind diese Felsen ein beliebter Badeplatz – wer hier ins Wasser geht, schwimmt im Schatten des historischen Wahrzeichens. Das Castello wird unregelmäßig für Ausstellungen geöffnet. Es ist also kein Museum mit festen Öffnungszeiten, sondern ein Ort, dessen Inneres man je nach Programm besichtigen kann. Schon von außen lohnt der kurze Weg vom Ortskern hierher, da der Bau ein zentrales Element der Uferpromenade ist und das Stadtbild prägt. Für einen Spaziergang entlang der Promenade ist das Castello ein natürlicher Bezugspunkt. Vom Hafen mit den Linienbooten nach Portofino ist es nur wenige Schritte entfernt, ebenso vom Ortskern mit der Piazza Caprera. Wer die Geschichte der Stadt verstehen will, findet hier die sichtbarste Spur jener Zeit, in der die Küste des Tigullio von Überfällen bedroht war und sich mit Wehrbauten wie diesem zur Wehr setzte.
Der Bau kommt von der Promenade aus mit der Bucht im Hintergrund gut zur Geltung.





























